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Pirna
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Pirna ist eine GroĂe Kreisstadt und der Verwaltungssitz des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Verwaltungsgemeinschaft Pirna im Freistaat Sachsen.
Contents
⢠Geographie
⢠Nachbargemeinden
⢠Geschichte
⢠Steinzeit
⢠Name
⢠Mittelalter
⢠Neuzeit
⢠Seit 1989
⢠Eingemeindungen
⢠Politik
⢠Stadtrat
⢠Wappen
⢠Museen
⢠Musik
⢠Bauwerke
⢠Gedenkstätten
⢠Naturschutz
⢠Verkehr
⢠Medien
⢠Bildung
⢠Ehrenbßrger
⢠Dialekt
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Schriftreihen
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geographie
Geographische Lage
Pirna liegt am oberen Beginn der Elbtalweitung, wo die Wesenitz von Norden und die Gottleuba von SĂźden in die Elbe mĂźnden. Es liegt an der schollentektonischen Nahtstelle von Erzgebirge und Westsudeten, die sich nach Westen zum Grabenbruch des Elbtalkessels weitet.
Pirna ist im Norden durch das Westlausitzer HĂźgel- und Bergland mit der Lausitzer Verwerfung und im SĂźden durch das Vorland des Osterzgebirges umgeben. Ăstlich von Pirna durchquert die Elbe das Elbsandsteingebirge in einem Durchbruchstal, das bis in das Stadtgebiet hineinreicht. Pirna wird daher auch das âTor zur Sächsischen Schweizâ genannt. Die 1992 eingeweihte Sächsische WeinstraĂe fĂźhrt von hier elbabwärts Ăźber Pillnitz, Dresden und MeiĂen bis Diesbar-SeuĂlitz. Die Stadt Pirna wurde von den Elbhochwassern im August 2002 und im Juni 2013 schwer getroffen.
Nachbargemeinden
Pirna grenzt im Nordwesten an die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Angrenzende Gemeinden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind Bad Gottleuba-BerggieĂhĂźbel (Stadt), Bahretal, Dohma, Dohna (Stadt), DĂźrrrĂśhrsdorf-Dittersbach, Heidenau (Stadt), Lohmen, Stadt Wehlen (Stadt) und Struppen.
Geschichte
Steinzeit
Feuersteinwerkzeuge aus dem späten Paläolithikum (etwa 12.000â8.000 v. Chr.) am Ende der letzten Eiszeit sind die ältesten Zeichen einer menschlichen Besiedlung in diesem Gebiet. Durch die klimatisch gĂźnstige Lage und fruchtbare LĂśssbĂśden begĂźnstigt, lebten hier im Neolithikum (5500â4000 v. Chr.) Ackerbauern und ViehzĂźchter in der Zeit der Bandkeramik und ihre nachfolgenden Kulturen. Nach dem Abzug von germanischen Stämmen aus dem Elbtal, die hier ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. ansässig waren, besiedelten um etwa 600 n. Chr. die slawischen Sorben als Fischer und Bauern dieses Gebiet.
Name
Die sich im Wappen der Stadt spiegelnde Deutung des Namens vom Birnbaum ist ein späterer romantisierender Versuch. Umgangssprachlich wird Pirna auch âBirneâ genannt. Der heutige Forschungsstand der Namensdeutung bezieht sich nach einer Darstellung von Ernst Eichler auf die slawische Form von pirno oder pirna. Das Wort pir bedeutete âglĂźhende Ascheâ in der slawischen Sprache. Geografisch kĂśnnte es eine Feuer-Rodungsstelle oder Opferstätte mit Feuer bedeuten.
Mittelalter
Mit der Eroberung des elbslawischen Gebietes und der GrĂźndung der Mark MeiĂen durch die Ostfranken (929 grĂźndete Heinrich I. die Burg MeiĂen) ist auch im Pirnaer Raum wieder Besiedlung nachweisbar. Im Schutz einer wahrscheinlich schon im 11. Jahrhundert bestehenden (und 1269 erstmals urkundlich erwähnten) Burg kam es um 1200 im Rahmen des Landesausbaus zu einem festen Austauschplatz unter der Burg (suburbium). Dieser Platz erhielt schlieĂlich von Markgraf von MeiĂen Heinrich dem Erlauchten (Wettiner) das Stadtrecht verliehen, nachdem Kaiser Friedrich II. 1229 in dem Vertrag mit den geistlichen FĂźrsten und 1233 im Vertrag mit den weltlichen FĂźrsten auf diese kaiserlichen Rechte zu Gunsten der Landesherren (dominus terrarum) verzichtet hatte. Bereits zu dieser Zeit war die Elbe ein wichtiger Handelsweg, so dass die Stadt Pirna auch sehr schnell das Stapelrecht erhielt. Zudem lag die Stadt an einer wichtigen HandelsstraĂe nach BĂśhmen Ăźber den Nollendorfpass.
Während am FuĂ der Burg rund um die Kirche St. Marien ein unregelmäĂiges StraĂenmuster vorherrscht, wurde der andere Teil der Stadt, etwa auf der HĂśhe des Rathauses, erst später schachbrettartig angelegt. Dies ist ein Beleg dafĂźr, dass die Stadt nicht planmäĂig gegrĂźndet wurde, sondern aus einem viel älteren Siedlungskern hervorgegangen ist.
1233 wurde Pirna erstmals urkundlich erwähnt. 1293 erwarb KĂśnig Wenzel II. von BĂśhmen Stadt und Burg vom MeiĂner Bischof, wodurch Pirna bis 1405 zu BĂśhmen gehĂśrte. 1307 wurde das Dominikanerkloster gegrĂźndet. Im Jahre 1325 bestätigte KĂśnig Johann von BĂśhmen das fĂźr die Stadt einträgliche Stapelrecht. Pirna entwickelte sich zu einer bedeutenden Niederlassung im markmeiĂnisch-bĂśhmischen Grenzgebiet. 1351 hielt KĂśnig Karl IV. von BĂśhmen, der vier Jahre später Kaiser wurde, in Pirna einen FĂźrstentag ab, bei dem es um die Schlichtung von Streitigkeiten um die Mark Brandenburg ging. Gut 50 Jahre nach der RĂźckkehr Pirnas in die Mark MeiĂen bekam KurfĂźrst Friedrich II. von Sachsen im Vertrag von Eger den Besitz der Stadt bestätigt. Pirna blieb aber bĂśhmisches Lehen.
Im Jahr 1317 wurde das erste Mal eine Schule in Pirna erwähnt.cite-ref-2[2] Man weiĂ aber nicht, in welchem Gebäude sie war. Spätestens seit 1465 gab es ein Schulhaus am Ort der heutigen âMägdleinschuleâ. Die Knabenschule zog 1540 ins freigewordene Dominikanerkloster um und 1583 in die obere BurgstraĂe. Im Jahr 1409 erlaubte der damalige Landesherr, Markgraf Wilhelm II. zu MeiĂen, der Stadt Pirna, an jedem Sonnabend einen freien Wochenmarkt abzuhalten. Die Urkunde befindet sich im Stadtarchiv.
Mit dem Aufkommen des Eisenerzbergbaus im Osterzgebirge Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt im Jahre 1472 Sitz der fßr das Pirnaer Revier zuständigen Eisenkammer, die bis 1686 bestand.
Die ersten bekannten Hochwasser in Pirna in den Jahren 1427 und 1432 zeichnete der Pirnaer Dominikanerpater und Chronist Johannes Lindner auf. Vom 16. bis 18. August 1501 wurde das Elbtal, verursacht von einem neuntägigen Regen in BÜhmen, von einem besonders schweren Hochwasser heimgesucht. In Pirna erreichte das Wasser die Kanzel und die Kante des Taufbeckens der Klosterkirche und wurde mit einem roten Strich ßber dem Predigtstuhl markiert. Auch 1510 wurden bei einem Elbhochwasser weite Teile der Innenstadt ßberflutet, der Markt stand komplett unter Wasser.
Reformation in Pirna
Kirchliche Gegebenheiten vor der Reformation
In den meisten sächsischen Städten gab es um 1500 Niederlassungen der Bettelorden. In Pirna errichtete der Dominikanerorden etwa um 1300 ein Kloster, das 1307 erstmals urkundlich erwähnt wurde.cite-ref-3[3] Bereits 1483/1484 beklagten sich die beiden Wettiner Ernst und Albrecht III. bei den BischĂśfen von Merseburg und MeiĂen Ăźber den zerrĂźtteten Lebenswandel der BettelmĂśnche.cite-ref-4[4] 1511 griff der Pirnaer Prediger Johann Styel den Prior des Pirnaer Dominikanerklosters wegen dessen Lebenswandel an.cite-ref-5[5] Die Predigt zeigt auch, dass der reformatorische Gedanke 1511 weit verbreitet war.cite-ref-6[6]
Die BettelmĂśnche hatten sich in den vorangegangenen Jahren bei der pirnâschen BevĂślkerung nicht gerade beliebt gemacht. 1498 kam es zum Streit zwischen dem Kloster und der Witwe des Pirnaer BĂźrgers Dominikus Rudel um dessen Erbe. Die Frau weigerte sich, das Testament ihres Mannes anzuerkennen, der dem Kloster die Ăcker der Familie vermacht hatte. Das Kloster reagierte mit der Exkommunikation der Frau auf deren Widerstand. 1502 musste Herzog Georg die Stadt schriftlich auffordern, dem Kloster keinen Widerstand beim Erwerb eines Gartens zu leisten. Zum Jahre 1516/1517 berichtete der sogenannte Pirnsche MĂśnch Ăźber eine KlostergrĂźndung auf dem KĂśnigstein, die aber schon 1524 âwegen der Flucht der MĂśncheâ gescheitert war.cite-ref-7[7]
Visitation und Reformation
Inwieweit der reformatorische Gedanke schon vor 1537 in Pirna verwurzelt war, lässt sich schwer beurteilen. Obwohl sich Pirna zu Lebzeiten Georgs des Bärtigen noch treu katholisch gab, bemßhte sich jedoch der Stadtrat seit spätestens 1537 insgeheim in Wittenberg um einen tßchtigen Pfarrer.cite-ref-8[8] Den ersten Kontakt mit den Folgen der Reformation bekam die Pirnaer BevÜlkerung ebenfalls 1537, als die restlichen aus dem Kloster Altzella vertriebenen MÜnche im Kloster Pirna einquartiert wurden.
Kurz nachdem Herzog Georg am 17. April 1539 gestorben war, erschienen die Pirnaer Ratsherren Paul Arnold und Mathes Zschipchen bei Martin Luther in Wittenberg, um mitzuteilen, dass die Stadt den Magister und Diakon der Stadtkirche Wittenberg Antonius Lauterbach zum neuen Pfarrer gewählt habe.cite-ref-9[9] Nach zwei Tagen Bedenkzeit stimmte Lauterbach zu. Am 25. Juli 1539, zwei Tage nach der ersten Visitation, wurde Lauterbach mit einem Willkommenstrunk vom Stadtrat willkommengeheiĂen und begann noch am selben Tage nach lutherischem Bekenntnis zu taufen. Als Superintendent bekam Antonius Lauterbach auch die Aufsicht Ăźber das Dominikanerstift.
Nach dem Tode von Herzog Georg begann Herzog Heinrich mit der Durchfßhrung der Reformation. Herzogliche Kommissionen, die aus protestantischen Theologen und herzoglichen Beamten bestanden, besuchten die KlÜster und Kirchen Sachsens, um die vorhandenen Besitztßmer der Kirchen und KlÜster festzustellen. Bereits am 1. Juli 1539 wurden auf herzoglichen Befehl hin alle katholischen Prozessionen in Sachsen verboten.cite-ref-10[10] Am 10. Juli 1539 fertigte Herzog Heinrich den Befehl zur Visitation der sächsischen KlÜster und Kirchen aus. Die erste Visitation erreichte Pirna am 22. Juli 1539. Die Visitatoren verboten die katholische Messe, die Beichte und alles, was nicht in der Heiligen Schrift begrßndet war. Die Kommunion wurde unter beiderlei Gestalt erlaubt, und in der Stadt wurde eine Superintendentur eingerichtet, die dem neuen Stadtpfarrer Lauterbach ßbertragen wurde. Den MÜnchen wurde aufgetragen, dass sie jeden aus ihren Reihen ziehen lassen mussten, der dies wollte, und zugleich wurde ihnen die Aufnahme neuer Brßder untersagt.cite-ref-11[11] Mit den Regelungen der ersten Visitation wurde den MÜnchen jedwedes Ordensleben beinahe unmÜglich gemacht. Schon ein halbes Jahr später erfolgte die zweite Visitation, die am 22. Januar 1540 Pirna erreicht. Nähere Regelungen fßr Pirna sind nicht bekannt.
Ende des Dominikanerklosters
Eine Aufstellung von 1542 weist das Pirnaer Dominikanerkloster als das ärmste der verbliebenen sächsischen KlĂśster aus.cite-ref-12[12] Während das Kloster Ende 1539 noch sieben Mitglieder hatte, sowie âetzliche weitere Personenâ, womit aus Freiberg, wo sich die Reformation schon frĂźher durchgesetzt hatte, zugezogene MĂśnche gemeint sein kĂśnnen, lebten Ende 1542 nur noch vier MĂśnche im Kloster. Im August 1540 hatten die Landstände der Sequestration (AuflĂśsung) des verlassenen Klostergutes in Sachsen zugestimmt. Zur Finanzierung eines TĂźrkenfeldzuges des sächsischen Herzogs Moritz, wurde die Sequestration und VermĂśgenseinziehung aller bestehender katholischer Kirchen und KlĂśster beschlossen. Ein Drittel des ErlĂśses floss in den Staatshaushalt, das andere Drittel an die protestantische Kirche und das letzte Drittel an die Leipziger Universität.cite-ref-13[13] Die Ländereien des Klosters Pirna wurden vom sächsischen Staat eingezogen, während die BĂźcher des Klosters in die Universitätsbibliothek nach Leipzig kamen. 1548 scheinen alle MĂśnche entweder gestorben zu sein oder freiwillig das Kloster verlassen zu haben. Der inzwischen im Schmalkaldischen Krieg zum KurfĂźrsten aufgestiegene Herzog Moritz verbot den Verkauf der Klostergebäude.cite-ref-14[14] Jedoch 1552 wurden diese an verschiedene Pirnaer BĂźrger veräuĂert.
Neuzeit
1502 wurde mit dem Bau der neuen Stadtkirche unter der Leitung von Meister Peter Ulrich von Pirna begonnen. Mit der Einfßhrung der Reformation im albertinischen Sachsen 1539 wurde der mit Luther vertraute Anton Lauterbach erster evangelischer Pfarrer und Superintendent. 1544 wurde die strategisch bedeutende Burg durch Herzog Moritz von Sachsen zur Landesfestung ausgebaut und ßberstand drei Jahre später die Belagerung im Schmalkaldischen Krieg durch Kurfßrst Johann Friedrich von Sachsen.
Nachdem 1546 die GewĂślbeausmalungen (biblische Bilderzyklen) der dreischiffigen spätgotischen Hallenkirche beendet werden konnten, erreichte die Pirnsche Kunst 1614 mit der Vollendung des zehn Meter hohen sandsteinernen Hauptaltars von St. Marien durch Michael und David Schwenke ihren HĂśhepunkt. Zeitgleich mit dem Zustrom bĂśhmischer Exulanten 1628 wurde die zehn Meter hohe Stadtmauer errichtet, welche bis ins 18. Jahrhundert in diesem Zustand bestehen blieb. Das Fischerdorf an der Elbe (die spätere Schifftorvorstadt) und die Hausbergsiedlung blieben zunächst auĂerhalb der Mauern, weshalb sie im DreiĂigjährigen Krieg gleich mehrfach zerstĂśrt wurden.
Von 1621 bis 1622 hatte Pirna eine KippermĂźnzstätte, in der unter MĂźnzmeister Georg Stange InterimsmĂźnzen (KippermĂźnzen) geschlagen wurden. Das waren Kippergroschen- und KreuzerstĂźcke bis hin zum sogenannten Kippertaler zu 60 Groschen. Im Januar 1651 stand bei einem Elbhochwasser wieder die Innenstadt bis zum Markt unter Wasser. Am 23. April 1639 wurde die Stadt durch schwedische Truppen unter dem Oberbefehlshaber des schwedischen Heeres Feldmarschall BanĂŠr gestĂźrmt. Während der vergeblichen fĂźnfmonatigen Belagerung der Festung wurde die tieferliegende Stadt verwĂźstet und geplĂźndert, etwa 600 Einwohner wurden ermordet (âPirnsches Elendâ). Als beim Abzug der Schweden die Stadt eingeäschert werden sollte, ritt der Besitzer der LĂśwenapotheke Theophilus Jacobäer durch die feindlichen Reihen und verhinderte durch einen FĂźrbittbrief der sächsischen Kurprinzessin Magdalena Sibylle, einer Freundin der schwedischen KĂśnigin, die Vernichtung der Stadt. Mit dem in Sachsen aufkommenden Barockstil wurde die Festung Sonnenstein ab etwa 1670 nach modernen militärischen Erkenntnissen ausgebaut. Nur die mächtigen steinernen AuĂenwerke zeugen noch davon. 1707 hatte die Stadt aufgrund der hohen Belastungen im GroĂen Nordischen Krieg Schulden von mehr als 100.000 Talern.
Am 29. August 1756 flĂźchtete sich die kleine sächsische Armee im Siebenjährigen Krieg vor den ohne Kriegserklärung eingefallenen PreuĂen auf die Struppener Ebenheit zwischen den Festungen KĂśnigstein und Sonnenstein und kapitulierte dort im Lager bei Pirna am 16. Oktober, zwei Tage nach der Kapitulation der Festung Sonnenstein. 1758 belagerten Truppen der Kaiserlichen Armee und Teile der Reichsarmee die Festung, deren preuĂische Besatzung am 5. September kapitulierte. Die Festung Sonnenstein wurde 1758 geschleift.
Die âSchluchtschleuseâ ist der älteste Abwassergraben Pirnas, der parallel zur Elbe durch die Häuserblocks fĂźhrte, zum Beispiel wurde er im Quartier 1 nachgewiesen. Von 1750 bis 1781 wurde die âStadtschleuseâ gebaut, eine in den StraĂen verlegte Abwasserleitung mit SandsteingewĂślbe zur GrundstĂźcksentwässerung. Zum Schluss war sie 2000 m lang und 242 GrundstĂźcke waren angeschlossen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden im Stadtgebiet die groĂen BrunnentrĂśge aus SandsteinblĂścken aufgestellt, von denen noch sieben vorhanden sind, davon vier an den Originalstandorten.cite-ref-schmitt-15-0[15]
Mit den Kattundruckereien entstanden 1774 in Pirna die ersten Manufakturen. 1809 gab es Truppenbewegungen der Ăsterreicher und der mit Napoleon verbĂźndeten Staaten des Rheinbundes, zu dem unter anderem Sachsen gehĂśrte. Pirna wurde am 14. Juni 1809 von den Ăsterreichern besetzt. Die Truppen mussten untergebracht und verpflegt werden; von Kämpfen oder ZerstĂśrungen wird nicht berichtet.cite-ref-pirnaer-anzeiger-nr-22-2010-16-0[16] Ab 1810 wurde das Gelände um die Stadtkirche nicht mehr als Friedhof genutzt und die Mauer um die Kirche herum entfernt. 1811 wurde auf dem Sonnenstein von dem Arzt Ernst Gottlob Pienitz eine Heilanstalt fĂźr Geisteskranke erĂśffnet, die durch die Erfolge ihrer reformpsychiatrischen Ansätze von sich reden machte. Doch schon am 14. September 1813 besetzten franzĂśsische Truppen den Sonnenstein und erzwangen die Evakuierung der 275 Patienten, beschlagnahmten Vorräte und trugen die DachstĂźhle wegen drohender Brandgefahr ab. Im September 1813 wohnte Kaiser Napoleon zeitweilig im Marienhaus am Markt. Bis zur Kapitulation Dresdens am 11. November verteidigten die Franzosen die Festung. Erst im Februar konnte der Betrieb der Heilanstalt wieder notdĂźrftig aufgenommen werden.
Anfang des 19. Jahrhunderts standen die Stadtmauern noch. Es gab vier Tore: das Obertor (Steinische/KĂśnigsteinische), das Dohnsche Tor, das Elbtor (BrĂźdertor) beim Kloster, das Schifftor und die Elbpforte an der Badergasse. AuĂerhalb der Mauer lagen der Hausberg, die Breite Gasse (Breite StraĂe), Dresdner Gasse (BahnhofstraĂe), die Häuser an der Elbe, und die Schifftorvorstadt. Der Rat der Stadt bestand aus acht bezahlten Mitgliedern, die jährlich am Michaelistag gewählt wurden. Zwei BĂźrgermeister wechselten sich als regierender und stellvertretender BĂźrgermeister ab. Die Einwohnerzahl lag bei ca. 5000 und die Zahl der Häuser bei 480, davon 267 innerhalb der Stadtmauer und 213 in den Vorstädten, die eigene Richter, Nachtwächter und Feuerwehren hatten. Copitz, Ebenheit und Niedervogelgesang waren RatsdĂśrfer.cite-ref-pirnaer-anzeiger-nr-22-2010-16-1[16]
1813 besuchte Goethe Pirna, wie auf einer Gedenktafel in der Breiten StraĂe dokumentiert ist. An der heutigen Clara-Zetkin-StraĂe stand von 1814 bis 1922 das Kreiswaisenhaus. 1816 entstand die Amtshauptmannschaft Pirna mit mehreren kĂśniglichen BehĂśrden. 1837 begann hier die Dampfschifffahrt auf der Elbe mit dem Dampfer KĂśnigin Maria. 1838 wurde die Pirnaer Leih- und Sparkasse erĂśffnet. Bis 1926 war sie im Rathaus untergebracht, danach zog sie in das heutige Gebäude in der GartenstraĂe.
Industriezeitalter, Kaiserzeit und Weimarer Republik
Seit 1832 hat Pirna einen gewählten, hauptamtlichen BĂźrgermeister. Der erste (1832â1849) war Paul August Ritterstädt.
Am 31. März 1845 gab es ein groĂes Elbe-Hochwasser, das weite Teile der Altstadt von Pirna Ăźberflutete. Der Pegel in Dresden erreichte 8,77 m und es flossen etwa 5700 Kubikmeter pro Sekunde in der Elbe ab.cite-ref-17[17] Der erreichte Wasserstand dieser sogenannten Sächsischen Sintflut wurde im Elbtal als MaĂ fĂźr den neuen Bahndamm der Bahnstrecke TetschenâDresden-Neustadt genommen, der etwa 1 m hĂśher als der Hochwasserstand gebaut wurde. Die Eisenbahnlinie DresdenâPirna wurde 1848 erĂśffnet. Der erste Bahnhof befand sich unmittelbar vor der alten Stadtmauer in der Nähe der Klosterkirche St. Heinrich. Damit der Bahnhof besser erreichbar war, wurde die Westseite des Klosterhofes abgerissen. Der heute noch vorhandene klassizistische Sandsteinbau ist eines der ältesten erhaltenen Bahnhofsgebäude in Sachsen.
Emil Adolf RoĂmäĂler war Abgeordneter fĂźr den Wahlkreis Pirna im Paulskirchenparlament 1848. Am Dresdner Maiaufstand zur Verteidigung der deutschen Verfassung 1849 beteiligten sich auch Pirnaer BĂźrger. Der Pirnaer Arzt und Stadtverordnete Wilhelm Adolph HauĂner wurde dabei von preuĂischen Soldaten getĂśtet. An HauĂners Wirken erinnert eine Gedenkplatte an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Dohnaischen StraĂe.
1859 wurde die Städtische HĂśhere Handelslehranstalt zu Pirna gegrĂźndet.cite-ref-18[18] Am 25. November 1859 wurde in Pirna die erste Gaslaterne auf dem Marktplatz aufgestellt. Seitdem gab es eine Ăśffentliche Gasbeleuchtung mit 84 Gaslaternen; auch 442 Privathaushalte wurden versorgt.cite-ref-19[19] 1861 wurde das Stadtmuseum als eines der ältesten Museen in Sachsen gegrĂźndet. Das Museum hat seinen Sitz seit 1923 im Kapitelsaalgebäude des Klosters. Bis 1873 gab es hier die einzige Schule, den Schulbau am Klosterhof (die âMutter aller Schulenâ) (Rippich). 1873 wurde die Schule am Dohnaischen Platz, heute die Goetheschule, eingeweiht.
Vom PreuĂisch-Ăsterreichischen Krieg im Jahr 1866, in dem Sachsen auf der Seite Ăsterreichs stand und verloren hatte, bis 1868 war in Pirna preuĂisches Militär stationiert.
1869 wurde die katholische Kirche in der heutigen Dr.-KĂźlz-StraĂe im neugotischen Stil erbaut. Die beiden Nachbarhäuser â das Pfarrhaus und die ehemalige katholische Schule â haben ebenfalls neogotische Giebel. 1875 wurde die Nikolaikirche abgerissen. Sie stand an der NikolaistraĂe im heutigen Friedenspark.
Die Entwicklung Pirnas zu einer Industriestadt begann 1862 mit dem Bau eines Emaillierwerkes. In den folgenden Jahrzehnten entstanden insbesondere entlang der nach Dresden fĂźhrenden Eisenbahn weitere Fabriken, die schwerpunktmäĂig im Bereich des Maschinenbaus (1871), der Glas- (1874) und Zellstoffproduktion (1886) und der Kunstseidenherstellung (1909) tätig waren. Einen weiteren AnstoĂ zur Industrialisierung ging von der 1875 fertiggestellten sandsteinernen ElbbrĂźcke und der damit einhergehenden Verlagerung des Bahnhofes aus.
Zwischen der historischen Altstadt und dem neuen Bahnhof entstand bis zum Ersten Weltkrieg die Westvorstadt mit ihren grĂźnderzeitlich geprägten Bauten. Der GroĂteil der hier stehenden Häuser wurde zwischen 1880 und 1910 erbaut. 1916 wurde in dem ehemaligen Hotel Kaiserhof das Kino erĂśffnet. In der Westvorstadt befindet sich auch die denkmalgeschĂźtzte MĂśbelfabrik Hengst, welche zusammen mit der Elbtalzentrale der bedeutendste bauliche Sachzeuge der Industrialisierung in Pirna ist. Eine grĂźnderzeitliche Ăberprägung erfuhr der Kern des rechtselbischen Ortes Copitz entlang der von der ElbbrĂźcke nach Lohmen fĂźhrenden HauptstraĂe. In der GrĂźnderzeit entstanden auch die groĂen Schaufenster im Erdgeschoss der Häuser in der Innenstadt. Die Niet-Verbindungen der hierzu benĂśtigten Stahlträger Ăźber den Fenstern wurden mit Blumenornamenten verziert. Besonders in der SchmiedestraĂe sieht man noch einige davon.
Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt in Richtung SĂźden. Im Bereich der heutigen SĂźdvorstadt entstand ab 1887/1889 ein ausgedehntes Kasernenareal entlang der Rottwerndorfer StraĂe. Die âGraue Kaserneâ diente als Unterkunft fĂźr das 2. Feldartillerie-Regiment Nr. 28cite-ref-20[20] (später ersetzt durch das 1. Pionierbataillon Nr. 12). Zwischen 1901 und 1906 wurde das Kasernenareal nach SĂźden um die Bauten der âRoten Kaserneâ fĂźr das 5. Feldartillerie-Regiment Nr. 64 erweitert. Die Kasernen boten UnterkĂźnfte fĂźr etwa 1700 Mann. Als Exerzierplätze nutzte das Militär ein Gelände an der Stadtgrenze nach Heidenau und eines an der heutigen Copitzer BrĂźckenauffahrt der SachsenbrĂźcke beim Flugplatz.
1890 war die Einwohnerzahl auf 13.852 angewachsen. Am 6./7. September 1890 ereignete sich ein Elbhochwasser, welches allerdings nicht die Pegelstände von 1845 erreichte. Weitere Hochwasserschäden waren 1897 zu verzeichnen. Beim Gottleuba-Hochwasser vom 29./30. Juli 1897 traten vor allem in Neundorf und in Rottwerndorf schwere Schäden auf. Die Pirnaer Altstadt wurde groĂflächig Ăźberschwemmt, da der Damm der Elbtalbahn mit seinen wenigen Durchlässen ein rasches AbflieĂen der Wassermassen in die Elbe verhinderte. Die MĂźndung der Gottleuba in die Elbe verbreitert sich von 5 m auf 70 m.
Von 1889 bis 1922 stand an der Elbe nahe beim Elbeparkplatz ein Verladekran, erbaut von Hermann Prasser zum Verladen der Sandsteine. 1897 wurde an der heutigen Maxim-Gorki-Str. 28 als Ersatz fßr die Schule neben der katholischen Kirche eine neue katholische Schule erbaut. Das Gebäude steht heute leer.
Bis 1902 war die steile und deswegen gefährliche HausbergstraĂe (Am Hausberg) die einzige Verbindung von Pirna zum Sonnenstein. 1902 wurde die neue SerpentinenstraĂe als Ersatz gebaut. Sie fĂźhrt vom alten Krankenhaus am SchĂźtzenhaus der SchĂźtzengilde (das âHannoâ genannte Hanno-GĂźnther-Heim) vorbei auf den Sonnenstein.
Ab 1903 war im Rathaus nur noch die Stadtverwaltung und die Sparkasse untergebracht. Vorher wurde das Gebäude von der Post, dem Museum, dem Stadtarchiv, dem Militär und verschiedenen Handelsgeschäften genutzt.
Am 12. September 1911 ertranken elf Ulanen bei dem Versuch, zu Pferde die Elbe zu ßberqueren. Zur Erinnerung an sie wurde kurz danach auf der Oberpostaer Elbseite das sogenannte Ulanendenkmal errichtet.cite-ref-21[21] Es wurde später dem Zeitgeist entsprechend verändert, aber 2012 wieder in seinen ursprßnglichen Zustand versetzt. Wenige Meter daneben befindet sich ein Denkmal fßr die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.
1912 begann die allgemeine Ăśffentliche Stromversorgung in Pirna, zunächst mit Generatoren in einer Papierfabrik. Anfangs wurden die Breite StraĂe, eine Privatwohnung und die Räume der städtischen Elektrizitätsversorgung beleuchtet. 1913 ging das erste Elektrizitätswerk (die âElbtalzentraleâ) in Betrieb, in der eine 5000 PS starke Dampfturbine mit Braunkohle betrieben wurde. In Copitz gab es schon seit 1895 Strom, der von einem Wasserkraftwerk im Liebethaler Grund erzeugt wurde.cite-ref-22[22] Die Elbtalzentrale, sie stand im Industriegebiet zwischen Pirna und Heidenau, war nur bis 1929 in Betrieb.cite-ref-23[23] Heute ist nur noch eine Ruine davon vorhanden.cite-ref-24[24]
Seit 1912 wurde Pirna im Reichstag von einem SPD-Abgeordneten vertreten.
Während des Ersten Weltkrieges war Pirna Garnisonsstadt und beherbergte an der Rottwerndorfer StraĂe das Pionier-Bataillon Nr. 12 und das 5. KĂśniglich-Sächsische Feldartillerie-Regiment Nr. 64. Beide Truppenteile hatten im Weltkrieg hohe Verluste.
Bei der Säkularisation 1919 (Trennung von Kirche und Staat) kamen die Schulen aus der kirchlichen in die staatliche Verwaltung. Am 27./28. Juli 1920 fuhr ein Eisenbahnzug mit einem Waffentransport durch Pirna. Dieser wurde von Pirnaer Arbeitern aufgehalten und die Waffen wurden konfisziert. Daran erinnert heute noch ein Denkmal am Bahnhof.
In den 1920er Jahren bis 1933 war der in Copitz geborene Siegfried Rädel von der KPD Reichstagsabgeordneter fĂźr Pirna. Im Oktober 1923 marschierte die Reichswehr in Pirna ein, um einen Streik von Arbeitern niederzuschlagen. Dabei wurden am 23./24. Oktober zwei junge Männer, Artur MĂźller und Hans Wittig, erschossen. Daran erinnert seit 1963 eine Gedenktafel am Rathaus. Im Dezember 1923 bei der groĂen Inflation gab es rund 5000 Arbeitslose in Pirna.
1922/1923 erweiterte sich die Stadt unter dem Bßrgermeister Arthur Gaitzsch durch die Eingemeindungen mehrerer Vorstädte und umliegender DÜrfer (Posta, Niedervogelgesang, Obervogelgesang, Copitz, Hinterjessen, Neundorf, Zuschendorf, Rottwerndorf) auf ßber 30.000 Einwohner und erlangte dadurch 1924 die Kreisfreiheit.
1927 rief das Hochwasser von Gottleuba und Seidewitz in Pirna schwere Schäden hervor. In den Wassermassen starben 13 Menschen, davon allein 9 in Pirna-Neundorf. Wie bereits 1897 wurden die Altstadt und die Westvorstadt groĂflächig Ăźberschwemmt.
Am 4. April 1928 fuhr der erste Stadtomnibus in Pirna. Der Privatunternehmer Hans Jensen erĂśffnete mit vier Linien und zwĂślf Bussen den Omnibusverkehr. Die Buslinien Ăźbernahm 1952 der VEB Kraftverkehr, 1992 die heutige RVSOE.cite-ref-25[25] 1928 wurden auf der flussaufwärtigen Seite der ElbbrĂźcke die zweispurige Fahrbahn fĂźr den StraĂenverkehr sowie der FuĂweg verbreitert. Die Trassierung der beiden Eisenbahngleise auf der BrĂźcke blieb unverändert.
1929 wurde die Berufsschule am heutigen Thälmannplatz gegrßndet.
Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs
Bei der Reichstagswahl März 1933 erreichte die NSDAP in der Amtshauptmannschaft Pirna Ăźber 40 Prozent der Stimmen. Massenkundgebungen und Verfolgungen folgten. Zwei Monate vor der deutschlandweiten BĂźcherverbrennung wurden schon am 9. März 1933 vor der Volksbuchhandlung in Pirna in der Breiten StraĂe BĂźcher verbrannt und eine Zeitung (die Volkszeitung) verboten. 1928 wurde Hermann Paul Nitsche zum Direktor der auf Ăźber 700 Patienten angewachsenen Heilanstalt Sonnenstein berufen. Mit seinem Antritt begann die systematische Ausgrenzung der chronisch psychisch kranken Menschen. Als ausdrĂźcklicher BefĂźrworter der âVernichtung lebensunwerten Lebensâ und der ânationalsozialistischen Rassenhygieneâ setzte er Zwangssterilisationen, fragwĂźrdige âZwangsheilbehandlungenâ und âVerpflegungssparrationierungenâ gegen âerbkrankeâ Patienten durch.cite-ref-26[26] Im Dezember 1939 wurde die Anstalt geschlossen und als Reservelazarett und Umsiedlerlager eingerichtet.
BerĂźchtigt wurde die Anlage durch ihren Einsatz im Rahmen der Aktion T4, als unter der Leitung des Arztes Horst Schumann in Pirna von Juni 1940 bis August 1941 13.720 Patienten sowie mehr als 1000 KZ-Häftlinge vergast wurden. Die meisten Euthanasie-Opfer stammten aus psychiatrischen Anstalten, Heimen fĂźr geistig behinderte Menschen sowie Alters- und Pflegeheimen. In den Zeiten des âHochbetriebsâ wurden zum Teil mehr als 200 Menschen pro âArbeitstagâ vergast. Aus der TĂśtungsanstalt Pirna-Sonnenstein sickerten trotz strengster Geheimhaltung GerĂźchte Ăźber die Krankenmorde durch. Dass die damalige BevĂślkerung darĂźber schwieg, mag mit passiver Akzeptanz und diffuser Angst vor Sanktionen zusammengehangen haben. Zu DDR-Zeiten wurde dieses Kapitel aufgrund der militär-industriellen Nach-Nutzung des Geländes nicht thematisiert. Seit 1990 erinnert die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein daran.
Im Juli 1933 wurde die Badeanstalt in der Elbe (Stadtbad) beim alten Zollhaus (Elbufer 1) von einem Wirbelsturm zerstĂśrt. Die zweite Elbe-Badeanstalt, das Carolabad unterhalb der ElbbrĂźcke, existiert nicht mehr. In der Zeit des âDritten Reichesâ entstand in der SĂźdvorstadt die Hermann-GĂśring-Siedlung im Heimatschutzstil, das heutige Musiker- und Malerviertel, so benannt nach den jetzigen StraĂennamen.
In Pirna wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 vier jßdische Geschäfte zerstÜrt. Seit 2008 erinnert eine Tafel in der SchÜssergasse/Ecke Markt an eines davon. Vier Stolpersteine erinnern seit 2013 an verfolgte jßdische Bßrger von Pirna.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, vom 10. Januar bis Mitte April 1945, wurden im AuĂenlager Mockethal/Zatzschke des KZ FlossenbĂźrg Ăźber 1000 Häftlinge zur Zwangsarbeit fĂźr die Deutsche Gasolin beim Ausbau unterirdischer Treibstofferzeugungsanlagen (âDachs VIIâ) im Gebiet der âAlten Postâ bzw. fĂźr die HASAG im oberirdischen MineralĂślwerk Herrenleite (âCarnallitâ) eingesetzt. Die genannte Häftlingszahl schlieĂt dabei mehrere Hundert aus Dresden evakuierte Häftlinge, darunter polnische JĂźdinnen und Juden aus dem âMetallwerk Striesenâ, ein.cite-ref-27[27]cite-ref-28[28]
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Hauptartikel
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Luftangriffe auf Pirna
Im Zweiten Weltkrieg gab es insgesamt 3500 tote BĂźrger aus Pirna, die meisten starben als Soldaten an den Fronten. Doch erlebte die Stadt auch mehrere Luftangriffe, die insgesamt etwa 300 Menschenleben forderten, ganz Ăźberwiegend Zivilisten. Am 15. Februar 1945 warfen 24 amerikanische âFliegende Festungenâ Boeing B-17 Ăźber der âHermann-GĂśring-Siedlungâ in der Pirnaer SĂźdvorstadt 430 Sprengbomben ab. Es kam zu schweren Gebäudeschäden. Unter den 47 Todesopfern waren 14 Frauen und Kinder sowie 31 Soldaten in einem Bunker. Das eigentliche Ziel soll der 18 km entfernte Verschiebebahnhof Dresden-Friedrichstadt gewesen sein. Am 2. März 1945 fielen aus bewĂślktem Himmel US-Bomben auf Felder und Orte in der Umgebung von Pirna, so auf Birkwitz, Jessen und Graupa. Mindestens 14 Menschen starben. Der schwerste Luftangriff erfolgte am 19. April 1945 durch 115 B-17-Bomber mit 337 Tonnen Bombenlast, gezielt auf die ElbbrĂźcke und die Eisenbahnanlagen der Stadt. Diese wurden getroffen, doch auch die benachbarten Wohngebiete beidseits der Elbe, die Klosterkirche Pirna, der Friedhof (100 Bomben), das Gussstahlwerk und das Zellstoffwerk. Ăber 200 Zivilisten und 20 Soldaten starben. Am 8. Mai 1945, während der Einnahme von Pirna durch sowjetische Truppen, bombardierte die Rote Luftflotte die Stadt. Das fĂźhrte zu 28 Toten.cite-ref-29[29]
Nachkriegszeit bis StaatsgrĂźndung der DDR
Nach Kriegsende 1945 wurden in den Städten und Gemeinden des Landkreises Pirna Kommissionen der neuen staatlichen Organe zur Entnazifizierung und zur Durchsetzung der SMAD-Befehle 124 und 126 gebildet. Die Kommissionen, in denen alle Blockparteien vertreten waren, ermittelten innerhalb weniger Tage die Betriebe, Personen und Einrichtungen, die unter die Befehle 124 und 126 fielen, und fertigten gemeinsam mit den Antifa-AusschĂźssen Listen, BegrĂźndungen und Beurteilungen an. Danach wurden entsprechend dem Befehl 124 im Kreis Pirna einschlieĂlich des Kreises Sebnitz 236 Objekte fĂźr die Sequestrierung (Beschlagnahmung) festgestellt.
Dazu bildete Anfang 1946 die Kreisverwaltung Pirna die âAbteilung fĂźr sequestriertes VermĂśgenâ und lĂśste gleichzeitig die Kommission fĂźr die DurchfĂźhrung beider Befehle auf. Die neue Abteilung bereitete die Vorschläge fĂźr die GrundstĂźcke und Gebäude vor und hatte die weitere Bearbeitung aller Angelegenheiten in diesem Zusammenhang durchzufĂźhren. Ihre Vorschläge aber wurden nach wie vor von einer kontrollierenden Kommission beraten. Sequestrierte (beschlagnahmte) Gebäude und GrundstĂźcke erhielten die FDJ, die Volkssolidarität, der FDGB und die Konsumgenossenschaft.
Beim Volksentscheid in Sachsen am 30. Juni 1946 zur ĂberfĂźhrung von Betrieben in Volkseigentum stimmten im Landkreis Pirna 86.020 BĂźrger fĂźr die Enteignung, das waren 82,40 Prozent. Damit wurden in der Stadt Pirna folgende Betriebe in Volkseigentum ĂźberfĂźhrt:
⢠Vereinigte Farbenglaswerke AG Pirna
⢠Rottwerndorfer Seifenfabrik R. Walther KG
⢠Sächsische Klebstoffwerke Pirna, Szantner u. Teilhaber
⢠Siemens Kondensatorenbau/Siemens-Schuckertwerke AG Pirna-Copitz
⢠Mitteldeutsche Spinnhßtte GmbH Pirna-Copitz
⢠Siemens-Glas AG, Werk Copitz
⢠Aschaffenburger Zellstoffwerke, Werk Hoesch & Co., Pirna
⢠Chemische Fabrik Richard DreĂler Pirna
⢠Dyckerhoff & Widmann KG Pirna-Copitz
⢠Fr. Kßttner AG, Kunstseidenwerke Pirna
⢠Gebr. Lein GmbH, Maschinenfabrik und EisengieĂerei Pirna
⢠Malzfabrik der Brauerei zum Felsenkeller AG Pirna
⢠R. A. Schramm, Eisenwarenhandlung Pirna
⢠Erich Bodechtel, Steinmetzgeschäft Pirna
⢠Karl Häschel, Schlosserei Pirna-Copitz.
Vom 16. Juni bis zum 7. Juli 1947 fand im Dresdner Schwurgericht der Euthanasie-Prozess gegen Ărzte und Pfleger statt, die an der Aktion T4 teilgenommen hatten. Am 7. Juli wurden unter anderem Paul Nitsche, die Sonnensteiner Pfleger Erhard Gäbler und Hermann Felfe zum Tode und der Pfleger Paul Räpke zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt.
Nach Befehl 124 der sowjetischen Militäradministration wurden in der Stadt Pirna 25 namentlich aufgefĂźhrte, allesamt ehemals in NSDAP-FĂźhrungsfunktionen aktive Personen enteignet. Zum AusmaĂ der Enteignung heiĂt es: âMit Aushändigung der Urkunden sind alle VermĂśgenswerte vorstehender Personen enteignet, sei es Guthaben in Bank-, Sparkassen- und ScheckbĂźcher, Wertpapiere, Aktien, Darlehen usw. oder Grund und Boden, GrundstĂźcke und Betriebe, Landwirtschaften.â In den nächsten Tagen folgte die GrundbuchlĂśschung.
Es ist nicht bekannt, ob bei den Inhaftierten, Internierten und Enteigneten eine Teilnahme am Pogrom vom 9./10. November 1938 in Pirna und in anderen Orten des Kreises als Begrßndung fßr ihre Bestrafung eine Rolle gespielt hat. Ein spezielles Verfahren gegen die Täter dieses Pogroms hat es im Kreis Pirna offenbar nicht gegeben.
Zahlreiche NSDAP-Mitglieder bekundeten im Sommer 1945 Ăśffentlich Reue. Auch in Pirna wurden Reuebekundungen positiv aufgenommen. So Ăźberwies Rudolf Walter, Besitzer der Seifen- und chemischen Fabrik in Rottwerndorf, am 14. Juni 1945 1000 Mark fĂźr Opfer des Faschismus als Wiedergutmachung und erklärte, er schäme sich, âjemals Mitglied der NSDAP gewesen zu seinâ. Er wolle darĂźber hinaus die Patenschaft fĂźr zwei FamilienangehĂśrige von Opfern des Faschismus Ăźbernehmen, um deren Weiterbildung zu fĂśrdern. Diese Erklärung wurde verĂśffentlicht und zur Nachahmung empfohlen. Daraufhin gab es eine Spendenaktion von Pirnaer Geschäftsleuten und Handwerkern, die bis zum 25. Juli 1945 einen Betrag von 23.401 Mark erbrachte. Unter den namentlich aufgefĂźhrten Spendern war Richard Jähnichen, der Vater des Kommandanten des âSchutzhaftlagersâ Hohnstein von 1933/1934.
Im Zuge des geistig-kulturellen Neuaufbaus fand 1947 im Haus der Jugend die 1. Kunstausstellung des Kreises Pirna statt.
DDR-Zeit/Sozialismus
In der DDR-Zeit war Pirna Kreisstadt des Kreises Pirna im Bezirk Dresden. Zu den sozialistischen Errungenschaften gehÜrten das Neubaugebiet in moderner Plattenbauweise auf dem Sonnenstein fßr etwa 10.000 Einwohner, das zwischen 1965 und 1983, und das in Copitz-West, das von 1980 bis 1988 erbaut wurde. Die Altstadt dagegen verfiel, da Gebäude nicht ausreichend instand gehalten wurden. Ein Teil der Häuser war zum Ende der DDR unbewohnbar. Die Luft war von Kraftwerks- und Industrieabgasen sowie den Braunkohleheizungen stark verschmutzt. Vom Osterzgebirge kommend sah man oft eine Dunstglocke ßber dem Elbtalkessel.
Während der Planwirtschaft arbeiteten die Menschen zum groĂen Teil in volkseigenen Betrieben: im Kunstseidewerk (das vormals Hugo KĂźttner gehĂśrte und auf dem Industriegelände an der heutigen B 172 Richtung Heidenau lag), im Zellstoffwerk (das sich unterhalb der Gottleuba-MĂźndung zwischen Eisenbahnstrecke und Elbe befand), im 1956 als VEB Entwicklungsbau Pirna gegrĂźndeten VEB StrĂśmungsmaschinen Pirna (kurz: StrĂśmungsmaschine) auf dem Sonnenstein und bei der Wismut in KĂśnigstein. Im StrĂśmungsmaschinenwerk entstanden unter anderem Turbinen Pirna 014 fĂźr das in der DDR entwickelte DĂźsenflugzeug 152. Alle diese Betriebe bestanden nach der Wende nicht lange weiter, da sie nicht konkurrenzfähig genug waren. Durch die Abwässer der Industrie, besonders des Zellstoffwerks, wurde die Elbe stark verschmutzt; Baden in der Elbe war nicht mehr mĂśglich.
Am 23. Juli 1957 und am 6. Juli 1958 ereigneten sich durch Ăźberdurchschnittliche Regenfälle starke Hochwasser der Gottleuba, die groĂe Teile der Altstadt Ăźberfluteten und ZerstĂśrungen verursachten wie zuvor 1897 und 1927. Unter anderem zerbarst dabei die EisenbahnbrĂźcke der Elbtalstrecke an der Dampferanlegestelle in der jetzigen Dohnaischen StraĂe. Die Deutsche Reichsbahn errichtete eine BehelfsbrĂźcke aus Stahl. Das Provisorium stand bis Dezember 2011 und verursachte starken Lärm bei ZugĂźberfahrten. Nach den beiden Hochwassern wurden mehrere RĂźckhaltebecken und die Talsperre Gottleuba gebaut.
1961 wurde die finnische Stadt Varkaus Pirnas Partnerstadt.
Von 1957 bis 1963 wurde ein Heizkraftwerk errichtet. Es verfĂźgte Ăźber drei Turbinen mit einer Leistung von 12,5 MW und versorgte die Industrie und das Wohngebiet auf dem Sonnenstein mit Strom und Heizwärme.cite-ref-30[30] 1968/69 wurde die Schwimmhalle an der SeminarstraĂe als Initiativbau Volksschwimmhalle unter Beteiligung der BevĂślkerung gebaut und am 4. Oktober 1969 erĂśffnet (siehe auch: Liste von Volksschwimmhallen).
Typische Einrichtungen der sozialistischen Zeit waren die Gesellschaft fĂźr Sport und Technik (GST), Gesellschaft fĂźr Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF), die Volkssolidarität, Betriebssportgemeinschaften und die Betriebskampfgruppen. Sportvereine nannten sich âLokomotiveâ, âFortschrittâ oder nach den Betrieben âChemieâ und âWismutâ. In der GartenstraĂe gab es im Geschäft von Max Schneider den ersten Intershop von Pirna. Während der DDR-Zeit wurde in der Altstadt nur ein Haus gebaut: das Gebäude der heutigen Dohnaischen StraĂe 72.
Bis zur Aufgabe des Reiseverkehrs auf der Bahnlinie nach Bad Gottleuba im Jahr 1972 hatte Pirna einen Bahnhof in der SĂźdvorstadt, den SĂźdbahnhof.
Die Ăśrtliche Staatssicherheit hatte ihr Domizil im Gebäude der heutigen Arbeitsagentur in der SeminarstraĂe. Es wurde im Herbst 1989 ebenso wie die Dresdner Bezirkszentrale vom BĂźrgerkomitee besetzt. Das Wehrkreiskommando der NVA befand sich auf der GrohmannstraĂe neben dem Klosterhof.
Mitte der 1980er Jahre standen in Pirna ca. 1700 unsanierte Wohnungen leer, 400 davon in der Altstadt. Einzelne besonders stark verfallene Häuser wurden in der Folgezeit abgerissen, zum Beispiel das Haus an der SĂźdostecke des Marktplatzes und das Kernâsche Haus in der BurgstraĂe. Als 1989 im Rahmen von AbrissmaĂnahmen in der Altstadt das Teufelserkerhaus beseitigt werden sollte, gab es Demonstrationen mit dem Ruf âRettet Pirnaâ. Aus diesem Kreis bildete sich das Kuratorium Altstadt, das sich um den nach der Wende einsetzenden Wiederaufbau verdient machte.cite-ref-31[31]
Seit 1989
Prägend war die in der Geschichte der Stadt beispiellose Deindustrialisierung im Zuge der deutschen Wiedervereinigung. Der unmittelbare Ăbergang zur Marktwirtschaft fĂźhrte zur Stilllegung eines erheblichen Teils der strukturbestimmenden Industriebetriebe. Allein in den drei grĂśĂten Werken Kunstseidenwerk, StrĂśmungsmaschinenwerk und Zellstoffwerk fielen bis Mitte der 1990er Jahre infolge SchlieĂung und Abwicklung durch die Treuhandanstalt Ăźber 5000 Arbeitsplätze weg. Zwar entstanden im Dienstleistungsgewerbe neue Arbeitsplätze; diese konnten den Verlust jedoch nicht kompensieren. Die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe gestaltete sich schwierig, nicht zuletzt aufgrund des bis 2005/2006 fehlenden Autobahnanschlusses.
Dieser wirtschaftliche Einschnitt begĂźnstigte die Abwanderung insbesondere der jungen BevĂślkerung, sodass die Einwohnerzahl in Verbindung mit den verzeichneten Geburtendefiziten (demografischer Wandel) schrumpfte. Die Eingemeindung von Birkwitz-Pratzschwitz und Graupa 1999 mit damals ca. 4500 Einwohnern wirkte sich nur statistisch aus.
Die Stadtentwicklung konzentrierte sich unter diesen Bedingungen zunehmend auf einen Stadtumbauprozess. Schwerpunkte der seit 2002 (Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes) vorangetriebenen Innenentwicklung bilden der Rßckbau dauerhaft leer stehender und langfristig nicht mehr benÜtigter Wohnungen und Infrastrukturen sowie die Aufwertung des erhaltenswerten Wohnungs- und Infrastrukturbestandes und die Anpassung an geänderte Nachfragestrukturen der alternden BevÜlkerung.
Der Wiederaufbau der Innenstadt wurde seit Anfang der 1990er Jahre mit intensiver FĂśrderung aus den FĂśrderprogrammen der StädtebaufĂśrderung weit vorangebracht. Mittlerweile sind von den reichlich 300 Gebäuden der historischen Altstadt Ăźber 90 % saniert. Die Einwohnerzahl im Sanierungsgebiet Altstadt hat sich seit Ende der 1990er Jahre von knapp 1000 Einwohnern auf fast 2000 Einwohner (Stand 2013) verdoppelt. Der Marktplatz und die umgebenden Gassen haben sich zu einem sehenswerten Viertel mit Geschäften, Bars und CafĂŠs sowie kulturellen Angeboten (u. a. Tom-Pauls-Theater im Peter-Ulrich-Haus) entwickelt. Die Altstadtsanierung brachte dabei wiederholt historische Besonderheiten zum Vorschein. So wurde beispielsweise bei der Sanierung eines Hauses am Marktplatz eine ca. 500 Jahre alte Wandmalerei freigelegt, die eine verkehrte Tierjagd zeigt â Tiere jagen und verspeisen Menschen â und die laut Aussage des Sächsischen Landesamtes fĂźr Denkmalpflege in dieser Form bislang einzigartig in Sachsen ist.cite-ref-32[32] Zudem wurden in zahlreichen Häusern wertvolle Holzbalkendecken freigelegt.
Bestandteil der Stadtsanierung war die Revitalisierung von Schloss Sonnenstein, das seit 2011 Verwaltungssitz des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist. In der SchlossstraĂe erfolgte zwischen 1998 und 2000 durch Rekonstruktion, Sanierung und Umbau von neun historisch wertvollen Häusern die Einrichtung eines Internats fĂźr die tschechischen SchĂźler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums. Die Schule ist das deutschlandweit einzige deutsch-tschechische Gymnasium.
Der Stadtumbauprozess umfasste den Rßckbau von dauerhaft leer stehenden und nicht mehr vermietungsfähigen Wohnungsbeständen sowie sozialen Infrastruktureinrichtungen (Kitas, Schulen) insbesondere in der Sßdvorstadt, auf dem Sonnenstein und in Copitz. Hier wurden seit 2004 knapp 900 Wohnungen rßckgebaut. Die Nachnutzung der Rßckbauflächen umfasste die Anlage von Grßn- und Freiflächen sowie Spielplätzen (Sonnenstein, Copitz) sowie von Bauplätzen fßr den individuellen Wohnungsbau (Sßdvorstadt).
Im Zuge der Revitalisierung der nach der Wende brach liegenden Industrieareale bzw. Verkehrsflächen wurden zahlreiche Altflächen einer neuen Nutzung zugefĂźhrt. So erfolgte zwischen 1995 und 2001 die Flächenfreilegung, Altlastensanierung und ErschlieĂung des ca. 40 Hektar groĂen Areals des Kunstseidenwerkes zum Industrie- und Gewerbepark An der Elbe. Hier ist u. a. die Fahrzeugelektrik Pirna GmbH ansässig, der WeltmarktfĂźhrer bei der Herstellung von Ăldruckschaltern fĂźr die Automobilindustrie.cite-ref-33[33]
FĂźr das im Juni 2002 durch die RhĂśn-Klinikum AG erworbene Krankenhaus an der Schandauer StraĂe machte sich nach der Vereinigung mit dem ehemaligen Johanniter-Krankenhaus Dohna-Heidenau (2003) zum Klinikum Pirna ein Ersatzneubau notwendig. Dieser wurde zwischen 2004 und 2007 auf einem Teil des ehemaligen StrĂśmungsmaschinenwerkes im Stadtteil Sonnenstein realisiert. Die Gesamtinvestition fĂźr den Neubau belief sich auf etwa 52 Millionen Euro.cite-ref-34[34]cite-ref-35[35] Das Krankenhaus ist als Einrichtung der Regelversorgung mit zurzeit 390 Betten eingestuftcite-ref-36[36] (2012/13). Es war (Stand 2014) mit 770 Mitarbeiterncite-ref-37[37] der bedeutendste Arbeitgeber in Pirna. Im Februar 2014 wurde das Krankenhaus an die Helios-Kliniken verkauft.
Ein weiterer bedeutender Standort der Brachflächenrevitalisierung war der ehemalige Gßterbereich des Pirnaer Bahnhofes. Hier entstand 2001 der neue Betriebshof der damaligen Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH sowie das Verwaltungsgebäude der Landestalsperrenverwaltung Sachsen. Diesen folgte im Januar 2008 der neue zentrale Busbahnhof von Pirna, welcher auf dem Gelände der ehemaligen Gßterabfertigung und des alten Omnibusbahnhofes errichtet wurde.
Pirna wurde vom Elbhochwasser 2002 erfasst. Nach heftigen Starkregenfällen Ăźberfluteten am 12. August die FlĂźsse Seidewitz und Gottleuba nahezu ohne Vorwarnung weite Teile der Innenstadt. Nach dem RĂźckgang dieses Hochwassers Ăźberflutete dann ab dem 14. August die Elbe die Innenstadt sowie die elbnahen Siedlungsbereiche in Copitz, Nieder- und Obervogelgesang, Posta und Pratzschwitz. Dabei erreichte die Elbe am 17. August einen PegelhĂśchststand von 10,58 Metern â etwa ein Meter mehr als beim Extremhochwasser 1845. Die Wassermassen Ăźberfluteten im Stadtgebiet eine Fläche von 7,1 km². Die GesamtschadenshĂśhe belief sich auf etwa 175 Millionen Euro. Betroffen waren etwa 360 Betriebe und 1000 Häuser; 12.500 Personen mussten evakuiert werden.cite-ref-38[38]
Im Juli 2005 bekam Pirna einen Autobahnanschluss, als der Abschnitt von Dresden bis Pirna der Bundesautobahn 17 fertiggestellt wurde. Der Weiterbau bis zur tschechischen Grenze wurde im Dezember 2006 dem Verkehr Ăźbergeben.
Pirna fĂźhrte 2007 als erste Stadt in Sachsen in der Stadtverwaltung die doppelte BuchfĂźhrung ein.
Pirna machte Ende der 1990er Jahre Schlagzeilen mit rechtsextremistischen Aktionen und Ăbergriffen. Als Reaktion darauf bildete sich 1999 mit dem Verein âAktion Zivilcourageâ ein Ăźberparteiliches BĂźndnis, dessen Ziel es ist, die demokratische Kultur aktiv zu stärken und gelebte Toleranz zu fĂśrdern. Der Verein wurde fĂźr seine Arbeit in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Sächsischen FĂśrderpreis fĂźr Demokratie (2008), der Theodor-Heuss-Medaille (2009) und dem Preis Aktiv fĂźr Demokratie und Toleranz (2011). Seit 2005 existiert im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit der âSteuerungsgruppe Extremismusâ ein behĂśrdenĂźbergreifendes Netzwerk, welches die Arbeit gegen rechtsextremistische Brennpunkte untereinander abstimmt. Das Netzwerk initiiert zudem gemeinsam mit Initiativen und Vereinen Projekte zur DemokratiefĂśrderung. Diese Struktur hat sich in den letzten Jahren erfolgreich verfestigt, ist in das Bewusstsein der behĂśrdlichen und initiativen Netzwerkpartner gerĂźckt und wird als wirkungsvolles Mittel zur Bearbeitung rechtsextremistischer Schwerpunkte genutzt.cite-ref-39[39] Die Extremismus-Kriminalität ist in den letzten Jahren deutlich zurĂźckgegangen und erreichte 2011 einen Tiefstand. Während 2008 im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge noch 238 rechtsextrem motivierte Delikte, darunter 8 Gewalttaten, erfasst wurden, waren es 2011 noch 137 Delikte, darunter 2 Gewalttaten.cite-ref-40[40] Am 23. September 2008 erhielt die Stadt Pirna den von der Bundesregierung verliehenen Titel âOrt der Vielfaltâ.
Die Innenstadt und die elbnahen Bereiche von Pirna waren im Juni 2013 erneut von schweren Ăberschwemmungen durch die Elbe betroffen. Der Wasserstand der Elbe erreichte dabei eine HĂśhe von 9,66 mcite-ref-41[41] (2002: 10,58 m). Bis zum 5. Juni 2013 mussten etwa 7700 Menschen evakuiert werden. Etwa 1000 Gebäude standen im Wasser. Die GesamtschadenshĂśhe beläuft sich nach einer ersten Schätzung auf etwa 69 Millionen Euro.cite-ref-42[42]
Seit 2013 wirbt die Stadt mit dem Slogan Pirna â Sandstein voller Leben.
Friedenspark: 1875 erwarb die Stadt Pirna die Fläche der ehemaligen Nicolaikirche und des Nicolaifriedhofes. Auf der Grundlage Entwßrfen von Max Bertram wurde dann eine Parkanlage errichtet und 1905 erÜffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Gedenkstein fßr die Opfer des Faschismus und ein Ehrenmal fßr sowjetische Soldaten errichtet. Nach 1990 gab es erste Initiativen zur Umgestaltung des Parkes.cite-ref-43[43] Ab 2017 erfolgte die ersten Bauarbeiten, die 2019 abgeschlossen wurden.cite-ref-44[44] Die Kosten der Umgestaltung beliefen sich auf ca. 800.000 Euro.cite-ref-45[45]cite-ref-46[46]
Ab dem 25. September 2024 sollte im Rahmen einer âInterkulturellen Wocheâ eine Wanderausstellung im Landratsamt gezeigt werden, in der mit Fotos und Interviews das Leben von 35 GeflĂźchteten dargestellt werden sollte, die in Schwarzenberg und Umgebung Zuflucht gefunden hatten. Landrat Michael Geisler (CDU) lieĂ die Ausstellung vor Beginn jedoch wieder abbauen, da sie polarisiere und erste Reaktionen âfĂźr eine aufgeheizte Stimmung unter den anwesenden Betrachternâ gesorgt hätten. Daraufhin lieĂ der rĂśmisch-katholische Pfarrer Vinzenz Brendler in enger Abstimmung mit dem Pfarrer der evangelischen Gemeinde die Ausstellung in der Klosterkirche St. Heinrich aufbauen, wo sie bis zum 10. Oktober 2024 gezeigt werden soll; Brendler sagte zur BegrĂźndung, es gehe darum, âMenschen, die zu den Schwächsten gehĂśren, ein Gesicht und eine Stimme zu gebenâ.cite-ref-47[47]
Eingemeindungen
Pirna bestand anfangs aus der Altstadt und vier historischen Vorstädten: Fischergasse, Schifftorvorstadt, Dohnaische Vorstadt und Obertorvorstadt. Im Weichbild der Stadt lagen jene Fluren, auf denen später die Westvorstadt, die Sßdvorstadt und das Wohngebiet Sonnenstein entstanden.
Später dehnte sich die Stadt wie folgt aus:
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Birkwitz [ 48 ] | 01.05.1973 | Zusammenschluss mit Pratzschwitz zu Birkwitz-Pratzschwitz |
| Birkwitz-Pratzschwitz [ 49 ] | 01.01.1999 | |
| Bonnewitz [ 48 ] | 01.01.1972 | Eingemeindung nach Graupa |
| Copitz [ 50 ] | 01.04.1923 | |
| Cunnersdorf bei Pirna [ 48 ] | 01.07.1950 | |
| Graupa [ 49 ] | 01.01.1999 | |
| Hausberggemeinde [ 50 ] | 1850 | |
| Hinterjessen [ 50 ] | 01.11.1923 | |
| Krietzschwitz [ 48 ] | 01.04.1974 | |
| Liebethal [ 48 ] | 01.06.1971 | |
| Mockethal [ 48 ] | 01.07.1950 | |
| Neundorf [ 50 ] | 01.11.1923 | |
| Niedervogelgesang [ 50 ] | 01.04.1923 | |
| Obervogelgesang [ 48 ] | 01.04.1974 | |
| Posta [ 50 ] | 01.10.1922 | |
| Pratzschwitz [ 48 ] | 01.05.1973 | Zusammenschluss mit Birkwitz zu Birkwitz-Pratzschwitz |
| Rottwerndorf [ 50 ] | 01.12.1923 | |
| Zatzschke [ 48 ] | 01.07.1950 | |
| Zehista [ 50 ] | 01.02.1930 | |
| Zuschendorf [ 50 ] | 01.09.1923 | |
BevĂślkerungsentwicklung
| Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna | Einwohnerentwicklung der Stadt Pirna |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1300 | 1550 | 1801 | 1815 | 1834 | 1871 | 1875 | 1880 | 1890 | | | |
| Einwohner | 0 1.500 | 0 3.538 | 0 4.397 | 0 5.227 | 0 5.556 | 0 8.905 | 10.581 | 11.670 | 13.852 | | | |
| | | | | | | | | | | | | |
| Jahr | 1900 | 1910 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 1 | 1950 2 | 1960 | 1966 | | | |
| Einwohner | 18.246 | 19.525 | 30.460 | 33.656 | 36.325 | 37.626 | 38.676 | 41.111 | 44.403 | | | |
| | | | | | | | | | | | | |
| Jahr | 1970 | 1975 | 1980 | 1985 | 1987 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | | | |
| Einwohner | 47.468 | 49.469 | 47.659 | 47.115 | 45.846 | 43.486 | 42.046 | 40.752 | 40.094 | | | |
| | | | | | | | | | | | | |
| Jahr | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | | | |
| Einwohner | 39.705 | 39.202 | 38.841 | 38.574 | 38.442 | 37.968 | 42.187 | 41.708 | 41.065 | | | |
| | | | | | | | | | | | | |
| Jahr | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | | | |
| Einwohner | 40.448 | 40.171 | 39.884 | 39.718 | 39.357 | 38.971 | 38.678 | 38.587 | 38.252 | | | |
| | | | | | | | | | | | | |
| Jahr | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | | | |
| Einwohner | 38.262 | 38.379 | 38.384 | 38.459 | 38.909 | 38.923 | 39.015 | 39.117 | 39.182 | | | |
Datenquelle ab 1998â1999: Statistisches Landesamt Sachsen
1 29. Oktober
2 31. August
Datenquelle ab 2000: Stadtverwaltung Pirna (Auszug Statistisches Jahrbuch 2019)cite-ref-51[51]
Politik
Bei der Wahl zum 6. Sächsischen Landtag am 31. August 2014 gehÜrte Pirna zum Wahlkreis 50 (Sächsische Schweiz Osterzgebirge 3). Die CDU erreicht in der Stadt 36,0 % (2009: 38,8 %), die Linke 20,6 % (2009: 24,8 %), die SPD 10,7 % (2009: 7,7 %), die AfD 10,4 %, die NPD 8,9 % (2009: 7,9 %), die Grßnen 4,7 % (2009: 5,6 %) und die FDP 3,6 % (2009: 8,7 %) der Zweitstimmen.cite-ref-52[52] Fßnf Jahre später, bei der Wahl zum 7. Sächsischen Landtag, erreichte die AfD mit 33,5 % der Erst- und 32,2 % der Zweitstimmen jeweils die meisten Stimmen fßr eine Partei. Die NPD spielte mit 1,2 % der Zweitstimmen keine Rolle mehr.cite-ref-53[53]
OberbĂźrgermeister
Der Oberbßrgermeister wird alle sieben Jahre gewählt. Von 2001 bis 2009 hatte Markus Ulbig dieses Amt inne. Er wurde zuletzt am 8. Juni 2008 mit 64,87 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestätigt. Nach seiner Ernennung zum Sächsischen Innenministercite-ref-54[54] nahm Bßrgermeister Christian FlÜrke (parteilos) ab dem 30. September 2009 die Amtsgeschäfte wahr. Aus der Neuwahl zum Oberbßrgermeister ging am 17. Januar 2010 Klaus-Peter Hanke im zweiten Wahlgang mit 60 % der Stimmen als Sieger hervor. Er ist Mitglied der Freien Wähler, trat zur Wahl aber als unabhängiger Kandidat an.cite-ref-55[55] Bei der Bßrgermeisterwahl am 15. Januar 2017 wurde Hanke mit 60,5 % der Stimmen im ersten Wahlgang wiedergewählt.cite-ref-56[56]
Bei der OberbĂźrgermeisterwahl 2023 erreichte im ersten Wahlgang am 26. November kein Kandidat die absolute Mehrheit; der Kandidat der AfD erreichte 32,9 Prozent, der Kandidat der Freien Wähler â Wir fĂźr Pirna 23,2 Prozent und die CDU-Kandidatin 20,3 Prozent. Im zweiten Wahlgang am 17. Dezember und nach RĂźckzug des Kandidaten von SPD und GrĂźnen und eines Einzelbewerbers erhielten Tim Lochner (parteilos, aufgestellt von der AfD) 38,5 %, Kathrin Dollinger-Knuth (CDU) 31,4 % und Ralf Thiele (FW â WfP) 30,1 %.cite-ref-57[57] Die Wahlbeteiligung lag bei 53,8 %. Bei einem zweiten Wahlgang ist nach dem sächsischen kommunalen Wahlrecht die einfache Mehrheit ausreichend (§ 44a Abs. 2 Nr. 4 Kommunalwahlgesetz). Lochner ist deutschlandweit der erste AfD-Kandidat, der zum OberbĂźrgermeister gewählt wurde.
Die anderen Parteien hatten sich fĂźr den zweiten Wahlgang nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen kĂśnnen und gaben keine gemeinsame Wahlempfehlung ab. An einem solchen Vorgehen waren OberbĂźrgermeister-Kandidaten der AfD bisher stets gescheitert.cite-ref-58[58]
| Wahl | BĂźrgermeister | Vorschlag | Wahlergebnis (in %) |
|---|---|---|---|
| 2023 | Tim Lochner | AfD | 38,5 |
| 2017 | Klaus-Peter Hanke | Hanke | 60,5 |
| 2009/10 | Klaus-Peter Hanke | Hanke | 60,0 |
| 2008 | Markus Ulbig | CDU | 96,6 |
| 2001 | Markus Ulbig | CDU | 53,5 |
Stadtrat
Stadtratswahl 2024
Wahlbeteiligung: 64,1 % (2019: 61,5 %)
%
40
30
20
10
0
33,2 %
18,6 %
16,9 %
10,7 %
5,2 %
4,6 %
4,0 %
3,9 %
2,9 %
AfD
CDU
FW
BSW
SPD
Linke
GrĂźne
PB
EB Liebscher
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
%p
14
12
10
8
6
4
2
0
â2
â4
â6
â8
+13,6
%p
+1,5
%p
â2,4
%p
+10,7
%p
Âą 0,0
%p
â6,6
%p
â5,1
%p
â2,7
%p
+2,9
%p
AfD
CDU
FW
BSW
SPD
Linke
GrĂźne
PB
EB Liebscher
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%
Der Stadtrat wird alle fßnf Jahre gewählt, ihm gehÜren 26 Mitglieder an. Im Stadtteil Graupa sowie in Birkwitz-Pratzschwitz gibt es zudem einen Ortschaftsrat. Die letzte Stadtratswahl wurde am 9. Juni 2024 durchgefßhrt. Das Ergebnis ist in den Diagrammen dargestellt.
Die Ergebnisse der Jahre 1999, 2004, 2009, 2014 und 2019:
| Partei | 1999 | 1999 | 2004 | 2004 | 2009 | 2009 | 2014 [ 59 ] | 2014 [ 59 ] | 2019 [ 60 ] | 2019 [ 60 ] | 2024 [ 61 ] | 2024 [ 61 ] | | | | | | | | | | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | Sitze | Prozent | Sitze | Prozent | Sitze | Prozent | Sitze | Prozent | Sitze | Prozent | Sitze | Prozent | | | | | | | | | | |
| Alternative fĂźr Deutschland (AfD) | â | â | â | â | â | â | â | â | 5 | 19,6 % | 9 | 33,2 % | | | | | | | | | | |
| Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) | 13 | 36,21 % | 10 | 31,51 % | 8 | 30,6 % | 10 | 34,2 % | 5 | 17,1 % | 5 | 18,6 % | | | | | | | | | | |
| Freie Wähler (FW) | 7 | 19,58 % | 5 | 17,20 % | 4 | 15,4 % | 2 | 9,04 % | 7 | 19,3 % | 4 | 16,9 % | | | | | | | | | | |
| BĂźndnis Sahra Wagenknecht (BSW) | â | â | â | â | â | â | â | â | â | â | 3 | 10,7 % | | | | | | | | | | |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 4 | 12,36 % | 2 | 7,08 % | 2 | 7,7 % | 2 | 8,9 % | 1 | 5,2 % | 1 | 5,2 % | | | | | | | | | | |
| Die Linke | 8 | 22,41 % | 8 | 23,19 % | 5 | 18,8 % | 6 | 19,2 % | 3 | 11,2 % | 1 | 4,6 % | | | | | | | | | | |
| BĂźndnis 90/Die GrĂźnen | â | â | â | â | 1 | 4,0 % | 1 | 5,2 % | 2 | 9,1 % | 1 | 4,0 % | | | | | | | | | | |
| Pirnaer BĂźrgerinitiativen (PB) | â | â | 2 | 8,37 % | 3 | 10,6 % | 3 | 12,01 % | 2 | 6,6 % | 1 | 3,9 % | | | | | | | | | | |
| Einzelbewerber Liebscher | â | â | - | - | - | - | - | 2,9 % | 1 | | â | â | â | â | â | â | â | â | â | - | | 2,9 % |
| Pirna kann mehr (PKM) | â | â | â | â | â | â | â | â | 1 | 9,9 % | 0 | n.k. | | | | | | | | | | |
| Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) | â | â | 2 | 6,63 % | 2 | 7,1 % | 2 | 8,5 % | 0 | 2,1 % | â | â | | | | | | | | | | |
| Freie Demokratische Partei (FDP) | â | â | â | â | 1 | 5,7 % | 0 | 3,0 % | 0 | n.k. | â | â | | | | | | | | | | |
| Wählervereinigung Aktion Zivilcourage (WAZ) | â | â | 1 | 4,20 % | â | â | â | â | â | â | â | â | | | | | | | | | | |
| BĂźrgerkomitee Graupa | 1 | 2,68 % | 0 | 1,82 % | â | â | â | â | â | â | â | â | | | | | | | | | | |
Wappen
Das Wappen der Stadt Pirna zeigt auf goldenem Schild einen dreifach gehĂźgelten Berg, aus dessen Mitte ein Birnbaum mit am Stamm abgestĂźmmelten Ăsten wächst. DarĂźber grĂźnes Blattwerk mit sieben goldenen Birnen. Zu beiden Seiten des Baumes, diesem zugewandt, steigen zwei rubinfarbene LĂśwen auf, mit ausgeschlagenen roten Zungen und zurĂźckgeworfenen Schwänzen, die Hinterpranken in den Berg gekrallt, die Tatzen an den Stamm schlagend. Auf dem Wappenschild ein Turnierhelm mit goldener und rubinfarbener Helmdecke geziert. Darauf eine goldene dreizackige Krone, aus der wiederum ein Birnbaum wächst. Dieses seit dem 23. August 1549 gĂźltige Wappen geht auf Ferdinand I. (den späteren Kaiser) zurĂźck. Das vor 1549 verwendete Pirnaer Stadtwappen findet sich am Osteingang des Rathauses zwischen Pilastern und einem Staffelaufbau mit Delphinen.
Städtepartnerschaften
Mit folgenden Städten bestehen Partnerschaftsverträge:
⢠Tschechien DÄÄĂn (Tschechien) â seit 1975
⢠Polen BolesĹawiec (Polen) â seit 1980
⢠Deutschland Remscheid (Deutschland) â seit 1990
⢠Deutschland Baienfurt (Deutschland) â seit 2010 nach 20-jähriger Städtefreundschaft
Mit Reutlingen (Deutschland) und Capannori (Italien) ist Pirna durch Städtefreundschaften verbunden.
Kultur und SehenswĂźrdigkeiten
â
Hauptartikel
:
Liste der Kulturdenkmale in Pirna
Theater und BĂźhnen
In Pirna existieren unter anderem die KleinkunstbĂźhne Q24, die Herderhalle, eine Mehrzweckhalle, die zum Herder-Gymnasium gehĂśrt, das Tom-Pauls-Theater und der Kabarett- und Kleinkunstverein Pirnaer StechmĂźcken e. V.
Museen
Neben dem Stadtmuseum sind in Pirna die Botanischen Sammlungen und das Landschloss Pirna im Ortsteil Zuschendorf, das Richard-Wagner-Museum in Graupa, das DDR-Museum Pirna, das Fahrzeugmuseum Pirna im Ortsteil Zehista sowie das Feldbahnmuseum in der Herrenleite vertreten.
Musik
Die Stadtmusik wurde hinsichtlich Tradition und Niveau lange von der Kirchenmusik (St. Marien) bestimmt. 1950 wurde die Musikschule âFidelio F. Finkeâ (âMusikschule Sächsische Schweizâ) und drei Jahre später das âStaatliche Kreiskulturorchesterâ, später âSinfonieorchester Pirnaâ gegrĂźndet, welches nach dem Zusammenschluss mit der âElbland Philharmonie Sachsenâ (Riesa) jetzt als âNeue Elbland Philharmonieâ firmiert und mit einem Ensemble von 60 Musikern etwa 160 Konzerte im Jahr auffĂźhrt.
Bauwerke
Sehenswert ist das Gebiet der historischen Altstadt um Markt und Marienkirche. Sitznischenportale, Brunnenbecken und eine von ehemals drei vor den Stadttoren errichteten kursächsischen Postdistanzsäulen stellen Zeugnisse der Sandsteinverarbeitung der Region dar. Weite Teile der Bauwerke der historischen Altstadt sind noch so erhalten, wie sie der Maler Canaletto auf mehreren Veduten Mitte des 18. Jahrhunderts darstellte. Das 1396 erstmals erwähnte Rathaus mit gotischen Fenster- und TßrbÜgen im Erdgeschoss ist vom ersten Stock bis zu den Volutengiebeln von der Renaissance geprägt (Umbau 1555/1556). Der zierliche, 1718 ersetzte barocke Turm mit seiner Doppellaterne steht in Kontrast zu dem massigen Turm der nahen Marienkirche. Auf der Ostseite schlagen unterhalb der Mondphasenuhr die WappenlÜwen viertelstßndlich gegen den Birnbaum.
Direkt gegenĂźber liegt das durch die Pirnaer Vedutenserie des Malers Canaletto berĂźhmt gewordene Canalettohaus. Das 1520 erbaute Haus zeigt den Ăbergang von der Gotik zur Renaissance und beherbergt die Touristeninformation. Weitere Häuser am Markt sind die LĂśwenapotheke (Am Markt 17), das Marienhaus (Am Markt 20) und das Peter-Ulrich-Haus (Am Markt 3) mit spätgotischem Kielbogenportal.
Die spätgotische, dreischiffige Hallenkirche St. Marien wurde zwischen 1502 und 1546 Ăźber einem Vorgängerbau errichtet und beeindruckt durch ihre GrĂśĂe. Ihr mächtiger Turm mit barocker Turmhaube beherbergt seit 1994 wieder das einzige (seit 2003 neben der Dresdner Frauenkirche) siebenstimmige Geläut in der Sächsischen Landeskirche. Neben dem zehn Meter hohen sandsteinernen Altarretabel und dem bereits von Goethe bewunderten Taufstein mit 26 kleinen Kinderfiguren, stellen die figuralen GewĂślbemalereien mit ihren vielen biblischen Szenen ein Kleinod sakraler Malerei im Zeitalter der Reformation dar. Neben der Kirche befindet sich die rekonstruierte Mägdleinschule (Kirchplatz 10) aus dem 15. Jahrhundert, in der das Kuratorium Altstadt Pirna e. V. seinen Sitz hat. Unweit von dort befindet sich die Alte Knabenschule (Obere BurgstraĂe 14) mit dem an der Ostwand befindlichen, 1908 neu errichteten Erlpeterbrunnen. Der Name soll von der frĂźheren Inschrift eines bereits 1384 hier befindlichen Brunnens abgeleitet worden sein: ex petra (âaus dem Felsenâ). Direkt gegenĂźber hängt der Teufelserker (Obere BurgstraĂe 1) mit den drei teuflischen Tragefiguren und der Inschrift: âICH WOLDS SO HABEN WAS FRAGSTU DARNACHâ. In Sichtweite steht das auf 300-jährigen Resten Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete ehemalige Blechschmidthaus (Niedere BurgstraĂe 1) mit Volutengiebel, gotischem Wendelstein und farbiger Renaissance-Balkendecke. Das Haus des ehemaligen Baumeisters ist ein Hotel. Zu den sehenswerten Bauten in den vom Markt abgehenden und nach Gewerken genannten Gassen gehĂśren das Rochowsche Haus (SchĂśssergasse 3) mit barocker Fassadenmalerei, das rekonstruierte Tetzelhaus (SchmiedestraĂe 19) mit in Europa einmaliger gotischer Bohlenstube und das Engelserkerhaus (Barbiergasse 10) mit dem Erker und bemalten Holzbalkendecken der Renaissance. Hinter dem reich verzierten Renaissanceportal der heutigen Stadtbibliothek (Dohnaische StraĂe 76) befinden sich neben der Haushalle ein historischer Innenhof mit Laubengängen und Teile der 700 Jahre alten Stadtmauer. Das um 1300 gegrĂźndete Dominikanerkloster mit architektonisch bemerkenswerten KreuzrippengewĂślben in Kapitelsaal und erstem Obergeschoss beherbergt das Stadtmuseum. Direkt daneben steht die sanierte zweischiffige gotische Klosterkirche St. Heinrich (katholisch) mit bedeutenden Resten 600-jähriger Seccomalereien.
Weitere sehenswerte Orte sind das spätgotische BĂźrgerhaus, das 1719 fĂźr den Sohn Augusts des Starken und seine Braut im Stil des Dresdner Barock als âHerrschaftslogierâ umgestaltet wurde (Lange StraĂe 10), die Frohnfeste mit der Stadtgalerie (SchmiedestraĂe 8), die Siedlung der ehemaligen Steinbrecher Am Steinplatz, die Festungsanlage Sonnenstein mit den Terrassengärten am Schlossberghang, den Bastionen und der Euthanasie-Gedenkstätte. Am Tag des offenen Denkmals werden eine Vielzahl bauhistorisch interessanter Gebäude, HĂśfe und Keller zur Besichtigung freigegeben.
In den eingemeindeten Ortsteilen befinden sich weitere SehenswĂźrdigkeiten, wie das Richard-Wagner-Museum in Graupa, das grĂśĂte Richard-Wagner-Denkmal der Welt im Liebethaler Grund und das Ăźber 450 Jahre alte Landschloss Zuschendorf (der ehemalige Stammsitz der Familie von Carlowitz) mit Hortensien-, Bonsai-, Efeu- und Kameliensammlung.
Westlich der Innenstadt wurde 1997â1999 eine neue ElbbrĂźcke, die SachsenbrĂźcke, errichtet. Sie ist mit 1071,5 m die längste StraĂenbrĂźcke Sachsens.
Gedenkstätten
⢠Ehrenmal von 1947 in der GrohmannstraĂe fĂźr alle Opfer des Faschismus
⢠Gemeinschaftsgräber auf dem Sowjetischen Friedhof Rottwerndorfer StraĂe/Ecke Johann-Sebastian-Bach-StraĂe, in denen 190 männliche und 33 weibliche Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Rotarmisten begraben sind
⢠Gedenksteine auf dem evangelischen Friedhof an der Dippoldiswalder StraĂe fĂźr 80 KZ-Häftlinge, die bei einem Evakuierungstransport aus einem der KZ-AuĂenlager ums Leben kamen, sowie fĂźr 73 jĂźdische Häftlinge, die als Tote aus einem Transportzug vom KZ Auschwitz geworfen und hier begraben wurden. Daneben befindet sich ein Gedenkstein fĂźr acht polnische Personen, die Zwangsarbeit verrichten mussten
⢠Gedenkstein auf der Anlage des ehemaligen Nicolaifriedhofs zur Erinnerung an 13 unbekannte KZ-Häftlinge, die Opfer von Zwangsarbeit wurden
⢠Gedenkstein am Bahnhof von 1970 zum Gedenken an die Deutsch-Sowjetische Freundschaft
⢠Gedenktafel von 1984 am alten Pirnaer Stadtgefängnis, der Fronfeste, in der SchmiedestraĂe 8, zur Erinnerung an die Verfolgung politischer Systemgegner bereits 1933, die von hier in das frĂźhe KZ Hohnstein deportiert wurden, aber auch fĂźr die Gefangenen, die 1944 bei der Aktion Gitter inhaftiert wurden
⢠Gedenkstein von 1966 fĂźr vier Copitzer Widerstandskämpfer an der HauptstraĂe (ehemals Paul-Harnisch-StraĂe)/Ecke SchulstraĂe: Siegfried Rädel (1943 in Berlin-PlĂśtzensee ermordet), Paul Harnisch (1945 in Dresden ermordet), Arthur Pollack (1945 im KZ Sachsenhausen ermordet), Albert Barthel (1942 im KZ Dachau ermordet)
⢠Gedenktafeln fĂźr Siegfried Rädel sind an seinem Geburtshaus Birkwitzer StraĂe 74 und seinem Wohnhaus Pirna-Posta Nr. 3 und waren am Kunstseidenwerk und im Bahratal angebracht
⢠Gedenktafel fßr Albert Barthel am Haus Nr. 14 in Pirna-Sonnenstein
⢠Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein zum Thema Euthanasie in Sachsen â Aktion T4 Ăźber die Ermordung von Behinderten und psychisch kranken Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus
⢠Das bewegliche Denkmal der Grauen Busse von Horst Hoheisel und Andreas Knitz wurde in verschiedenen deutschen Orten aufgestellt, in Pirna stand es von Juni 2010 bis August 2011 in der GrohmannstraĂe
⢠In der Maxim-Gorki-Str. 16 erinnert seit November 2012 eine Gedenktafel an die mutige Ărztin Annemarie KĂśhler, die u. a. Victor Klemperers Tagebuch Ăźber die NS-Zeit gerettet und so der Nachwelt ein wichtiges Zeugnis aus dieser Zeit bewahrt hat.
Kirchen und Religionsgemeinschaften
Dem Zensus 2011 nach gehĂśren 83,2 % der BevĂślkerung keiner Ăśffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft an, 12,7 % sind Mitglied der evangelischen Kirche und 2,8 % sind Mitglied der rĂśmisch-katholischen Kirche.
Unter den Religionsgemeinschaften ist am mitgliederstärksten die evangelisch-lutherische Gemeinde Pirna mit der Stadtkirche St. Marien, dem Gemeindezentrum Pirna-Copitz sowie der Schlosskirche Zuschendorf. In Pirna-Sonnenstein gibt es eine eigene Kirchgemeinde mit Gemeindezentrum. Die bereits 1940 geschlossene Anstaltskirche Sonnenstein befindet sich in Privatbesitz. Darßber hinaus besteht die Kirchgemeinde Graupa-Liebethal mit Kirchen in Graupa und Liebethal.
Es existiert ebenfalls eine katholische Gemeinde in Pirna mit der Pfarrkirche St. Kunigunde und der Klosterkirche St. Heinrich.
Weiterhin gibt es eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, sowie eine Gemeinde der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.
In Pirna-Copitz gibt es fĂźr die Muslime in der Umgebung ein islamisches Gemeindezentrum.
Sport und Ausflugsziele
Ausflugsziele in Pirna sind der Kies- und Badesee Birkwitz, das Hallen- und Freibad âGeibeltbad Pirnaâ oder der Wasserplatz Pirna. Zu den Sportvereinen zählen der VfL Pirna-Copitz 07, der ESV Lokomotive, SV Fortschritt Pirna und der 2012 gegrĂźndete 1. FC Pirna. Zudem gibt es die Vereinigung der DLRG âObere Elbeâ Pirna.
RegelmäĂige Veranstaltungen
In Pirna finden regelmäĂig das Stadtfest, der âPirnaer Tresenâ und die âPirnaer Hofnachtâ statt. Bei letzterer werden meist private HĂśfe der Pirnaer BĂźrgerhäuser geĂśffnet und ein kulturelles Programm angeboten. Im Advent Ăśffnet der Canalettomarkt auf dem Markt mit 50 Ständen.
Weiterhin gibt es den âMarkt der Kulturenâ und das âStrandfestâ am Kies- und Badesee Birkwitz.
Jedes Jahr im September wird in Pirna das Laienschauspiel âTheophilus Jacobäer, der Retter der Stadt Pirnaâ auf dem Marktplatz aufgefĂźhrt. Ein Amateur-Theater erinnert damit an die Ereignisse rund um die Rettung der Stadt während des DreiĂigjährigen Krieges durch den Apotheker Theophilus Jacobär. Im Jahr 2006 inspirierte das jährliche Laienschauspiel der Stadt im Film Pfarrer Braun: Kein SterbenswĂśrtchen zu einem Mord auf der BĂźhne während der TheaterauffĂźhrung. In dem Film mit Ottfried Fischer als Pfarrer Braun findet das jährliche Laienschauspiel in der fiktiven Gemeinde Liebwitz in der Sächsischen Schweiz statt.cite-ref-64[64]
Naturschutz
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Eisenbahn
Am 31. Juli 1848 wurde zwischen Pirna und Dresden der erste Abschnitt der Elbtalbahn in Betrieb genommen. Am Bahnhof Pirna zweigt die 1875 erĂśffnete Bahnstrecke in Richtung Kamenz ab. Von 1880 bis 1999 zweigte hier auĂerdem die Gottleubatalbahn nach Bad Gottleuba ab. Von dieser wiederum zweigte am Bahnhof Pirna SĂźd von 1894 bis 1999 die Bahnstrecke nach GroĂcotta ab. Zudem existierte von 1907 bis 1998 die Bahnstrecke in die Herrenleite, die ausschlieĂlich dem GĂźterverkehr diente.
Pirna hat heute Anschluss an die Linien S 1 und S 2 der S-Bahn Dresden mit den Halten am Bahnhof Pirna und am Haltepunkt Obervogelgesang (nur S 1). Ab Bahnhof Pirna besteht somit ein angenäherter Viertelstundentakt nach Dresden. Des Weiteren beginnt in Pirna die RB 71 aus dem VVO-Dieselnetz,cite-ref-65[65] welche von Pirna ßber DßrrrÜhrsdorf und Neustadt bis Sebnitz verkehrt.
Bedeutende StraĂen
Die älteste bedeutende StraĂe fĂźr Pirna ist die ehemalige ReichsstraĂe/FernverkehrsstraĂe 172, seit 1990 BundesstraĂe 172, welche ursprĂźnglich von Dresden Ăźber Heidenau nach Pirna fĂźhrte. Seit 2005 fĂźhrt die Bundesautobahn 17 von Dresden an Pirna vorbei bis nach Prag. Ein vierspuriger Zubringer bindet Pirna an diese Autobahn an und fĂźhrt Ăźber die SachsenbrĂźcke als StaatsstraĂe 177 weiter in Richtung Norden. Die alte B 172 wurde mittlerweile zwischen Dresden und dem Knoten mit der SachsenbrĂźcke zur StaatsstraĂe 172 herabgestuft. Seit 2017 erfolgt der Bau einer SĂźdumfahrung der B 172, der bis 2026 abgeschlossen werden soll.cite-ref-66[66]cite-ref-67[67] Das erste TeilstĂźck der B172n wurde am 15. Dezember 2022 fĂźr den Verkehr freigegeben.cite-ref-68[68]
Luft- und Elbschiffverkehr
In Pirna gibt es den Flugplatz Pirna-Pratzschwitz, der Verkehrsflughafen in Dresden liegt etwa 20 km (Luftlinie) entfernt. Im Elbschiffverkehr verfßgt Pirna ßber eine Anlegestelle der Sächsischen Dampfschiffahrt und ßber eine Fährverbindung zwischen Pirna und Pirna-Copitz, die vom Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betrieben wird.
Ăffentlicher Personennahverkehr
Der ĂPNV wird zum groĂen Teil von dem Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge betrieben. Durch diese gibt es im Stadtverkehr Pirna folgende Stadtbuslinien:
⢠G/L Stadtmitte â Copitz-West â Liebethal â Graupa (- Birkwitz â Pratzschwitz) â Copitz-West â Stadtmitte
⢠H/S Pirna-Sonnenstein â Stadtmitte â Heidenau â Dresden-Prohlis und zurĂźck
⢠M Stadtmitte â Mockethal â Gewerbegebiet Copitz Nord â Birkwitzer StraĂe und zurĂźck
⢠N Busbahnhof/Bahnhof â SĂźdvorstadt â Neundorf und zurĂźck
⢠P Stadtmitte â Pratzschwitz â Birkwitz â Dresden-Pillnitz und zurĂźck
⢠Z Stadtmitte â Zuschendorf â Dohma â Zehista â Stadtmitte
Daneben erschlieĂen 16 Linien des Regionalverkehrs (darunter eine PlusBus-Linie) die Stadt Pirna und verbinden diese mit dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Einzelne Linien im Regionalverkehr werden auch durch die Firma Jurk Bad Gottleuba und MĂźller Busreisen betrieben.
Wirtschaftsstruktur und ansässige Unternehmen
Gemessen an der Zahl der vor Ort verfßgbaren Arbeitsplätze hat sich der Wirtschaftsstandort Pirna in den letzten Jahren positiv entwickelt. 2020 wurden in der Stadt 15.073 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitsplätze gezählt (2010: 13.907 Arbeitsplätze). Die Wirtschaftsstruktur wird dabei vom Gesundheits- und Sozialwesen (2020: 3.528 Arbeitsplätze), dem verarbeitenden Gewerbe (2020: 2.103 Arbeitsplätze) und der Üffentlichen Verwaltung (2020: 1.589 Arbeitsplätze) bestimmt.cite-ref-69[69]
GrĂśĂter Arbeitgeber der Stadt ist das Klinikum Pirna der Helios Kliniken (ehemals RhĂśn-Klinikum AG) mit ca. 750 Mitarbeitern (Stand 2018).cite-ref-70[70] Das Klinikum fungiert als Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Dresden und verfĂźgt an zwei Standorten im Stadtgebiet Ăźber 410 Stationsbetten, davon 95 Betten sowie 16 Tagesklinikplätze im Bereich der Psychiatrie.cite-ref-71[71] Ein weiterer bedeutender Arbeitgeber im sozialen Bereich ist das Seniorenzentrum âSächsische Schweizâ mit ca. 250 Mitarbeitern (Stand 2018).cite-ref-72[72] Das produzierende Gewerbe wird von klein- und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtige Arbeitgeber sind hier die LITRONIK Batterietechnologie GmbH mit ca. 280 Mitarbeitern (Stand 2018)cite-ref-73[73], die Edelstahlwerke Schmees GmbH mit ca. 180 Mitarbeitern (Stand 2018)cite-ref-74[74], die Eissmann Automotive KTSN GmbH (bis zur Ăbernahme durch Eissmann Automotive im März 2021cite-ref-75[75] als Minda KTSN Plastic Solutions GmbH & Co. KG firmierend), ein Hersteller von Kunststoffteilen fĂźr die Automobilindustrie, mit ca. 320 Mitarbeitern (Stand 2018)cite-ref-76[76] und die FEP Fahrzeugelektrik Pirna GmbH & Co.KG mit ca. 450 Mitarbeiterncite-ref-77[77] (Stand 2017). Zudem befindet sich im Stadtteil Neundorf ein Standpunkt der Chemiefirma Schill+Seilacher mit ungefähr 120 Mitarbeitern. Hier gab es im Dezember 2014 eine Explosion, bei der ein Mitarbeiter ums Leben kam.cite-ref-78[78]
Die LITRONIK Batterietechnologie GmbH ist einer von weltweit wenigen Herstellern von kompakten Batterien fĂźr aktive Implantate. Die FEP Fahrzeugelektrik Pirna GmbH & Co.KG ist der fĂźhrende Hersteller von Ăldruckschaltern in Europa und Hauptlieferant von Ăldruckschaltern fĂźr die Volkswagen-Gruppe. Die im Stadtteil Sonnenstein ansässige DENQBAR GmbH ist ein Hersteller von Inverter Stromgeneratoren, von denen zwei Modelle mit dem German Design Award (2016 und 2022)cite-ref-79[79] ausgezeichnet wurden.
Ăffentliche Einrichtungen
Ferner sind in Pirna weitere fßr den Arbeitsmarkt bedeutsame Einrichtungen aus dem Bereich der Üffentlichen Verwaltung zu finden. Bedeutendster Arbeitgeber ist hier die Verwaltung des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, der in Pirna etwa 490 Mitarbeiter beschäftigt.cite-ref-80[80] Das Landratsamt befindet sich seit Dezember 2011 in den Räumen von Schloss Sonnenstein.
Ebenfalls in Pirna ansässig ist der Hauptsitz der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV), die in ganz Sachsen etwa 800 Mitarbeiter beschäftigt (Stand 2015).cite-ref-81[81] Die LTV betreibt, bewirtschaftet und verwaltet die Talsperren im Eigentum des Landes Sachsen fßr die Wasserversorgung und den Hochwasserschutz.
Die Bundespolizeidirektion Pirna verantwortet von hier aus die Kontrolle fßr knapp 600 Kilometer Grenzlänge zur Republik Polen und zur Tschechischen Republik und knapp 7.800 Streckenkilometer der Deutschen Bahn mit ßber 1300 BahnhÜfen und Haltepunkten.cite-ref-82[82]
In der Kernverwaltung der Stadtverwaltung Pirna sind, ohne Berßcksichtigung der gemeindlichen Unternehmen, ca. 200 Mitarbeiter beschäftigt.cite-ref-83[83] Die Stadt Pirna beschäftigt dabei 32 Mitarbeiter in der Fachgruppe Feuerwehr um die Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr zu stärken.cite-ref-84[84]
Ein weiterer bedeutsamer Arbeitgeber im Üffentlichen Dienst ist das Finanzamt auf dem Gebiet des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit ca. 280 Mitarbeitern.cite-ref-85[85] Das Finanzamt befindet sich seit 2016 im sanierten Komplex des Liebenauschen Vorwerks.
Neben den genannten Einrichtungen der Üffentlichen Verwaltung ist Pirna Sitz eines Amtsgerichts,cite-ref-86[86] eines Polizeirevierscite-ref-87[87] und einer Agentur fßr Arbeit. Das Technische Hilfswerk hat in Pirna einen Ortsverband. Dieser ist dem THW Länderverband Sachsen-Thßringen mit Sitz in Altenburg unterstellt. Die Landesgeschäftsstelle der THW Jugend Sachsen hat ihren Sitz in Pirna.
Medien
Seit Juli 2005 sendet der lokale Fernsehsender Pirna-TV (PTV) wÜchentlich aktualisierte lokale Nachrichten zu Politik, Kunst, Kultur, Wirtschaft und Sport. Die Sächsische Zeitung verfßgt in Pirna ßber eine Lokalredaktion.
Bildung
In Pirna gibt es eine vielfältige Bildungs- und Betreuungslandschaft.
Die Stadt verfĂźgt Ăźber 20 Kindertagesstätten oder ähnliche Einrichtungen; zudem bestehen acht Hortstandorte fĂźr SchĂźler der 1.â4. Klassen (Stand 09/2025).cite-ref-88[88]
Mehrere Kindertagesstätten wurden in den letzten Jahren neu errichtet bzw. grundlegend saniert, darunter u. a. die Kita âRegenbogenâ in Graupa (Neubau 2016) und die Kitas "Garten Eden" (Neubau 2020) und "Limonadenbaum" (2022) in der Innenstadt.cite-ref-leitbild-89-0[89] Das Netz der Kindertagesstätten wird von 11 Tagespflegestellen ergänzt (Stand 09/2025).cite-ref-90[90] Insgesamt bieten die Kindertagesstätten derzeit Kapazitäten zur Betreuung von ca. 530 Kindern im Krippenbereich (inkl. Tagespflege), ca. 1400 Kindern im Kindergarten und ca. 1600 Kindern in Schulhorten (Stand Schuljahr 2024/2025).cite-ref-91[91]
Die Primarstufe im Bildungssystem umfasst acht Grundschulen, darunter befindet sich eine private evangelische Schule (Stand 09/2025).cite-ref-92[92] Die Schulstandorte befinden sich in der Innenstadt (GS âGotthold Ephraim Lessingâ, Grundschule âAm Friedensparkâ, evangelische GS), in Copitz (GS "F.-A.-W.-Diesterweg"), auf dem Sonnenstein sowie in den ländlichen Ortsteilen Graupa, Neundorf und Zehista. Die acht Grundschulen werden derzeit von ca. 1600 Kindern besucht (Stand Schuljahr 2024/2025).cite-ref-schuldatenbank-93-0[93]
Mit der Oberschule âJohann Wolfgang von Goetheâ (Innenstadt), der Oberschule âCarl Friedrich GauĂâ (Sonnenstein), der Oberschule âJohann Heinrich Pestalozziâ (Copitz) und einer privaten evangelischen Mittelschule (SĂźdvorstadt) verfĂźgt die Stadt Ăźber vier Oberschulen (Stand 09/2025)cite-ref-94[94], die derzeit von ca. 1500 SchĂźlern besucht werden (Stand Schuljahr 2024/2025).cite-ref-schuldatenbank-93-1[93]
Hinzu kommen mit dem Herder-Gymnasium (Copitz) und dem Schiller-Gymnasium (Innenstadt) zwei Schulen der Sekundarstufe IIcite-ref-95[95], die derzeit von ca. 1700 SchĂźlern besucht werden (Stand Schuljahr 2024/2025).cite-ref-schuldatenbank-93-2[93] Zudem wurde die evangelische Mittelschule 2014 um ein Berufliches Gymnasium fĂźr Gesundheit und Sozialwesen erweitert.
In Trägerschaft des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge befinden sich das Berufliche Schulzentrum fßr Technik und Wirtschaft (Copitz), die "Dr.-Pienitz-Schule" fßr geistig behinderte Kinder (Innenstadt), die Schule zur LernfÜrderung "Kurt Krenz" (Sonnenstein) und die Schule fßr Erziehungshilfe "Dr. Heinrich Hoffmann" (Sonnenstein).
Die Schullandschaft wird von weiteren, teils privaten, Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen komplettiert. Dazu zählen in der Innenstadt die Musikschule âSächsische Schweizâ, die Volkshochschule und die Academy of European Business Dr. Hirsch GmbH, in Copitz die Berufsfachschule fĂźr Altenpflege und die Berufsfachschule fĂźr Sozialwesen sowie die Heilpädagogische Schule in Bonnewitz.
Die TU Dresden betreibt in einer AuĂenstelle im Stadtteil Copitz das Institut fĂźr Abfallwirtschaft und Altlasten.cite-ref-96[96]
Die Schulstandorte wurden in den letzten Jahren umfassend modernisiert. Die BaumaĂnahmen umfassten u. a. die Sanierung der Lessing-GS (2009â2011, Kosten ca. 3,2 Millionen Euro), die Sanierung der historischen KĂźttner-Villa als Sitz der Musikschule âSächsische Schweizâ (2008â2011, Kosten 4,7 Millionen Euro), den Ersatzneubau der Krenz-FĂśrderschule (2009â2011, Kosten 7,2 Millionen Euro), den Ersatzneubau der Hoffmann-FĂśrderschule (2009â2011, Kosten 6,2 Millionen Euro), den Ersatzneubau der GauĂ-OS als Passivhaus (2012â2014, Kosten 8,2 Millionen Euro), die Sanierung und Erweiterung der Pestalozzi-OS (2017â2020, Kosten 15,8 Millionen Euro) und die Erweiterung des Schiller-Gymnasiums (2019â2021, Kosten ca. 8 Millionen Euro)cite-ref-leitbild-89-1[89]
PersĂśnlichkeiten
â
Hauptartikel
:
Liste von PersĂśnlichkeiten der Stadt Pirna
EhrenbĂźrger
Nach der Richtlinie zur Verleihung des EhrenbĂźrgerrechts der Stadt (GroĂen Kreisstadt) Pirna endet das EhrenbĂźrgerrecht mit dem Tod.
Aktuelle EhrenbĂźrgerschaften
⢠Francesco Friedrich (* 1990) â Bobfahrer, mehrfacher Weltmeister und Olympiasieger, am 26. November 2018 zum EhrenbĂźrger ernanntcite-ref-97[97]
⢠Ingeburg FĂźlfe (* 1931) â Puppenspielerin, am 11. März 1965 zusammen mit ihrem Mann Heinz zum EhrenbĂźrger ernanntcite-ref-pirnaer-anzeiger-1-1995-s-7-98-0[98]
Ehemalige Ehrenbßrgerschaften (unvollständig)
⢠August Caspar Emil Bech (1807â1897), Hofrat, BegrĂźnder des 1859 gegrĂźndeten ersten Stadtkrankenhauses, 1880 zum EhrenbĂźrger ernanntcite-ref-geschichte-pirna-de-99-0[99]
⢠Otto von Bismarck (1815â1898), Politiker, Reichskanzler des Deutschen Reiches, 1885 zum EhrenbĂźrger ernanntcite-ref-geschichte-pirna-de-99-1[99]
⢠Heinz FĂźlfe (1920â1994), Puppenspieler, am 11. März 1965 zusammen mit seiner Ehefrau Ingeburg zum EhrenbĂźrger ernanntcite-ref-pirnaer-anzeiger-1-1995-s-7-98-1[98]
⢠Karl Grumpelt (1920â1998), langjähriger Direktor des Stadtmuseums, EhrenbĂźrger seit 1995cite-ref-100[100]
⢠Georg Haak (1901â1977), Kommunist, Mitglied des Sächsischen Landtages, EhrenbĂźrger seit 1966cite-ref-101[101]
⢠Margareta Haak (1907â2001), Schwester von Siegfried Rädel, EhrenbĂźrgerin seit 1987
⢠Gustav Haensel (1841â1923), Kommerzienrat, Unternehmer, Stadtverordneter, 1923 zum EhrenbĂźrger ernanntcite-ref-geschichte-pirna-de-99-2[99]
⢠Karl Wilhelm Ludwig Hoch (â 1869), kgl. sächsischer Bezirksarzt, 1862 zum EhrenbĂźrger ernanntcite-ref-geschichte-pirna-de-99-3[99]
⢠Martin Mutschmann (1879â1947), NSDAP-Gauleiter und Reichsstatthalter von Sachsencite-ref-103[103]
⢠Karl Friedrich Moritz Pienitz, Bßrgermeister, 1883 zum Ehrenbßrger ernanntcite-ref-geschichte-pirna-de-99-4[99]
⢠Rudolf von der Planitz, Major a. D., 1. Kommandant der Kommunalgarde, 1833 zum Ehrenbßrger ernanntcite-ref-geschichte-pirna-de-99-5[99]
⢠Werner Schmidt (1930â2010), EhrenbĂźrger seit 15. Mai 2010 fĂźr sein Engagement zur FĂśrderung von Kunst und Kulturcite-ref-104[104]
⢠Eva Schulze-Knabe (1907â1976), Malerin, EhrenbĂźrgerin seit 1972
⢠Max Zimmering (1909â1973), Schriftsteller und Redakteur, EhrenbĂźrger seit 1971
Dialekt
In Pirna wird eine spezifische Form des sächsischen Dialektes gesprochen: das SĂźdostmeiĂnische, welches einen der fĂźnf meiĂnischen Dialekte darstellt.
⢠Pirnsche Sprachprobe: â⌠Wennsch maa wieder nach heme kumm tu, mussâsch dr glei maa wieder mit an dn Girchblatz zr Girche guckn gehân und an dr Gnabnschule e bissl Erlbetrwassr nibbm. An der Stelle mussâsch nu ooch maa orwähn, dass unterm Erlbetr een Spruch droffsteht: âHasste kee Geld in deinr Dasche, dann drink mit mier aus meinr Flasche.â Obwohlâsch euch nur e bissl orklärn wollte, is de Zeit vrgangâ wie vorrĂźckt und schlieĂlich isâ ooch mir ni vorborchn jebliem, dass se gorni mehr zuhĂśrnâ wolln. âŚâ
⢠Vokabel-Beispiele
⢠da habe ich: da habbsch
⢠jetzt gehe ich: jetz (oft/oder auch jetze) geehsch
⢠das kann ich: das gannsch
⢠jetzt brauche ich: jetz (oft/oder auch jetze) brauchsch
⢠ja: nu (das âuâ extrem kurz ausgesprochen)
⢠Nun bin ich fertig: Jetze binnsch färrdsch
⢠Das musst du mir nun endlich auch mal glauben: Das musssde mir nuu enndlßsch ooch maa glooben
Siehe auch
Literatur
⢠Pirna und seine Umgebung (= Werte der deutschen Heimat. Band 9). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1965. (Digitalisat)
⢠Waltter Bachmann, Walter Hentschel: Die Stadt Pirna (= Die Kunstdenkmäler des Freistaates Sachsen, Bd. 1.) Wilhelm Limpert-Verlag, Dresden 1929.
⢠Richard Flachs (Hrsg.): Petermanns Pirnsche Chronik. Pirna 1914.
⢠Jßrgen Helfricht: Zauberhaftes Pirna. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 2019, ISBN 978-3-89876-978-5.
⢠Wolfgang Hensel, Gerd J. Pohl (Vorwort): Kaspers Weg von Ost nach West. Erinnerungen an die âPirnaer Puppenspielerâ. Roehl, Dettelbach 2008, ISBN 978-3-89754-301-0 (web.archive.org [PDF; 2,3 MB; abgerufen am 22. September 2021] Lebenserinnerungen des eigentlichen SchĂśpfers des Sandmännchens (West)).
⢠Reinhold Hofmann: Zur Geschichte der Stadt Pirna. Verlag Georg GlÜckner Pirna 1891.
⢠Reinhold Hofmann: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte Bd. 8. Leipzig 1893, S. 1â329.
⢠Ralf Kluttig-Altmann, Karsten Lehmann: Pirna. Stadt und Burg im Mittelalter. ARCHAEONAUT Nr. 11, Dresden 2013.
⢠Kuratorium Gedenkstätte Sonnenstein e. V. und Sächsische Landeszentrale fßr politische Bildung (Hrsg.): Nationalsozialistische Euthanasieverbrechen in Sachsen. Beiträge zu ihrer Aufarbeitung. Pirna 1996.
⢠Alfred Meiche: Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna. Dresden 1927.
⢠Otto Meltzer: Ein Rßckblick auf Pirnas Vergangenheit. Pirnaer Geschichtsblätter. Heft 1, Pirna 1924.
⢠RenĂŠ Misterek: Pirna â so wie es war. Droste, DĂźsseldorf 1996, ISBN 3-7700-1068-X.
⢠Heinz Quinger: Pirna. Kunstgeschichtliche Wßrdigung einer alten sächsischen Stadt. Dresden/Berlin/Basel 1993.
⢠Thomas Schilter: Unmenschliches Ermessen. Die nationalsozialistische âEuthanasieâ-TĂśtungsanstalt Pirna-Sonnenstein 1940/41. In: Schriftenreihe der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft, Bd. 5, Leipzig 1998.
⢠Werner Schmidt (Hrsg.): Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, in Pirna und auf der Festung KÜnigstein. 2., durchgesehene Auflage. Canaletto Forum Pirna e. V., Pirna 2000, ISBN 3-00-007126-1.
⢠Georg Schmitt: Pirna. Die Altstadtsanierung von 1990 bis 2010. Pirna 2010.
⢠Richard Steche: Pirna. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des KÜnigreichs Sachsen. 1. Heft: Amtshauptmannschaft Pirna. C. C. Meinhold, Dresden 1882, S. 56 ff.
⢠Albrecht Sturm: Canaletto-Stadt Pirna. 1500â1800 Betrachtungen zur Stadtbaugeschichte. Petersberg 1998.
⢠Albrecht Sturm: Pirna Stadtfßhrer. Pirna 2009, ISBN 978-3-00-026671-3.
⢠Johannes Uhlmann: Chronik der Stadt Pirna. Berlin 1938.
⢠Verband der Verfolgten des Naziregimes u. Bund der Antifaschisten e. V. (Hrsg.): Unsere Heimat unterm Hakenkreuz. Ein Beitrag zu nationalsozialistischer Gewaltherrschaft. Verfolgung und antifaschistischem Widerstand in Amtshauptmannschaft und Kreis Pirna von 1933 bis 1945. Erarbeitet von Boris BÜhm, Gßnter Endler, Rudolf Hajny, Hugo Jensch, Gßnter Kosmol, Heinz Ruscher. Pirna 2003, ISBN 3-00-011998-1.
Schriftreihen
⢠Pirnaer Miniaturen. Pirna (ab 2012 sind unregelmäĂig 17 Hefte erschienen, eine BändeĂźbersicht findet sich unter [1])
⢠Kuratorium Altstadt e. V. (Hrsg.): Pirnaer Hefte â Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte, Baugeschichte und Denkmalpflege. Pirna. (bis 2021 sind unregelmäĂig 9 Hefte erschienen, die genauen Inhalte der Bände 1â8 finden sich auf [2])
⢠Pirnaer Geschichtsverein (Hrsg.): Mitteilungen aus dem Verein fĂźr Geschichte der Stadt Pirna bzw. Pirnaer Geschichtsblätter (zwischen 1897 und 1939 sind unregelmäĂig 13 Hefte erschienen)
⢠Schriftenreihe des Stadtmuseums Pirna: Geschichtliche und heimatkundliche Beiträge aus Pirna und Umgebung (ab 2015: Pirnaer Museumshefte, bis 2020 sind unregelmäĂig 16 Hefte erschienen, eine BändeĂźbersicht findet sich unter [3] und [4])
⢠Schriftenreihe des Kuratorium Sonnenstein e. V.: Beiträge zur Geschichte des Sonnensteins und der Sächsischen Schweiz. Pirna. (bis 2012 sind unregelmäĂig 10 Hefte erschienen, eine BändeĂźbersicht findet sich unter [5])
Weblinks
Commons
: Pirna
â Album mit Bildern
Wikisource: Pirna
â Quellen und Volltexte
Wikivoyage: Pirna
â ReisefĂźhrer
⢠Website der Stadt Pirna
⢠Pirna im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
⢠Literatur ßber Pirna in der Sächsischen Bibliografie
⢠Beiträge zur Geschichte Pirnas (von Hugo Jensch)
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-sn-11. BevĂślkerung der Gemeinden Sachsens am 31. Dezember 2024 â Fortschreibung des BevĂślkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 15. Mai 2022 (Gebietsstand 01.01.2024). Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, abgerufen am 4. Juli 2025. (Hilfe dazu).
cite-note-22. â Vgl. Hofmann, Reinhold: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte Bd. 8, Leipzig 1893. S. 25
cite-note-33. â Vgl. Hofmann, Reinhold: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte. Bd. 8. Leipzig 1893, S. 23.
cite-note-44. â Vgl. Reinhold Hofmann: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte. Bd. 8. Leipzig 1893, S. 36.
cite-note-55. â âDu bist ein Hochmuttiger monch, der Hochmuth ist mit dir in den Ordin gegangen; ess wer besser du hettest eyn gebundeleyn Dornes Jn die kappen geleget, vnd den Hochmuth hir aussin geloczin. Du bist eyn furfurer dess folcks etc. ich habe gepredigt, wie dass nicht mirackel, abloss vnd hiligtum furkundigen sall an orlawb bebstliches stules etc., dass das folk nicht geergert wurde und furfuret. Sich nutte zcu, dass es dir nicht gehe, wie deinen vetirn gangin hat, die da gebrant seyn wordin, die da auch Lester und schendir gewest seyn der juncfraw Marie, als du einer bist. Jhene seynt gebranth zcu Bern, die sich dem tewffel irgebin hattin, mit irem eigem Blutte furschriben ewigk seyn zcu seyn, er solt yn helffin ihr schalcheit furbrengin. Du predigest anderen Leuten, sie solle fastin, do hastu gesessen vnd hast gebrattin fische fur die gehatt, vnd zweyerley Weyn vndt bir, vndt gebrattin Hunner. Gehort das deinen geistlichen standt an, das du die Nacht off der gassin vmblauffin salst do sey schonin frawin gewest, wiltu sie schendin. Du thust mit deynem heyligthum gleich als einer, der da dreyackel fel hat, lofft zcu, lofft zcu, myss mit leffelin auss. Ich habe dir eyn riss Jn die Wunderzeichen gethan, Ich will dir auch eynen riss Jn den Ablass thun, wen du furkundigest vil ablass. Du lest brust bylde schnytzen heyligthum eynzcufassen, wo hastu das heyligthum genommen? Wer hats geheyliget. Wer eynen heller aber phennigk darzcu gebit, der thut eyn todt sundt.â Zitiert nach: Reinhold Hoffmann: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: Beiträge zur sächsischen Kirchengeschichte. Bd. 8. Leipzig 1893. S. 37/38.
cite-note-66. â Vgl. Robert Dittrich: Das Ende des Klosters Pirna. Ein Beitrag zur Kirchenpolitik im nachreformatorischen Sachsen. In: Auslage im Stadtarchiv Pirna.
cite-note-77. â âKunigstein, ein wonderlicher berg, frey allenthalben, an der Elben, [âŚ] Darauf (MVCXVI) der hochgeborner Furst Jorge czu Sachssen aus christlicher Andacht [âŚ] auf eigene cost ein closter czu bawen, dahin Celestiner bruder von Oybin gefoddiert. [âŚ] Aber (MVCXXIIII) worden die Munche vorgelt mit der Luterianischen secten, namen was sie konnten hinweg brengen, verliffen sich und namen die flucht ein kegen Wittenberg.â Zitiert nach: Saxonica; Misnica et Thuringiaca ex monarchi pirnensis seu, vero nomine; Johannis Lindneri sive tillani onomastico autographo, quid exstat in bibliotheca senatoria Lipensi. In: JO: Burchardus Menckie NJJ.: Scriptores Rerum Germaniacum Praecipve Saxonicarum. Tomus II. Leipzig 1728, Fol. 1573.
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